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Hackerangriff

UNO-Büros in Wien waren Ziel einer Cyberattacke

Die Unocity in Wien-Donaustadt
Die Unocity in Wien-DonaustadtDie Presse, Clemens Fabry
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Die Vereinten Nationen in Wien und in Genf sind Mitte 2019 Ziel eines großangelegten Cyberangriffes gewesen. Der Schaden hielt sich in Grenzen, doch das Risiko von Cyberattacken bleibe aufrecht.

Hacker haben die Büros der Vereinten Nationen in Genf und Wien angegriffen. Die Cyber-Attacke auf die IT-Infrastruktur der Vereinten Nationen sei bereits im vergangenen Sommer geschehen, sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Mittwoch in New York.

"Die Zuordnung einer IT-Attacke bleibt vage und unsicher, also sind wir nicht in der Lage, einen speziellen Angreifer auszumachen, aber es war mit Sicherheit eine sehr gut ausgestattete Attacke", sagte Dujarric.

Die Angreifer hätten aber keine sensiblen Daten erbeuten können und alle Schäden seien wieder in Ordnung gebracht worden. "Die Gefahr weiterer Angriffe bleibt und die VN entdecken und reagieren täglich auf zahlreiche Angriffe verschiedenster Qualitätsstufen."

Erst zum Jahreswechsel hatte das Außenministerium einen schwerwiegenden Cyberangriff auf seine Computersysteme festgestellt. "Aufgrund der Schwere und der Art des Angriffes wird vermutet, dass ein staatlicher Akteur dahintersteckt", teilte Außenamtssprecher Peter Guschelbauer mit.

Russland immer wieder unter Verdächtigen

Hackerangriffe auf Politiker und Institutionen sind international keine Seltenheit mehr, wobei immer wieder Russland unter den Verdächtigen firmiert. Weltweit Schlagzeilen machten etwa die offenkundig durch Hackings beschafften WikiLeaks-Veröffentlichungen im Vorfeld der US-Präsidentenwahl 2016.

Ende 2016 war die in Wien ansässige Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Opfer eines "groß angelegten Hackerangriffs", hinter dem ein russisches Hackerkollektiv vermutet wurde. Erst Mitte August 2019 gelang es Hackern, Schadsoftware in die Netzwerke der Europäischen Zentralbank (EZB) einzuschleusen. Ein im Oktober 2018 vereitelter Hackerangriff auf die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) in Den Haag brachte Russland international an den Pranger. Im März 2014 wurden mehrere Internetseiten der NATO lahmgelegt, im Jahr 2011 traf es den Internationalen Währungsfonds (IWF).

In Österreich waren etwa die Webseiten des Parlaments und verschiedener Ministerien Opfer von Attacken, vor der Nationalratswahl 2019 meldete auch die ÖVP einen "sehr gezielten Hackerangriff" auf die Parteizentrale.

(APA)