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Managementwahnsinn - Wahnsinnsmanagement

Von Henry Kissinger lernen

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Kolumne "Hirt on Management": Folge 117. Realpolitik vom Feinsten.

In unserer Rubrik „Hirt on Management“ schreibt Michael Hirt, Managementexperte und -berater, Executive Coach und Keynote Speaker alle zwei Wochen über herausfordernde Situationen und kritische Entscheidungen für Manager.

In der dieser Kolumne werden wir sehen, was wir von Henry Kissinger, einem beinharten Pragmatiker und Realpolitiker, lernen können.

Menschen haben Bedeutung für den Lauf der Ereignisse
Die Geschichte und alle menschlichen Aktivitäten werden nicht vor allem von abstrakten Kräften vorangetrieben und beeinflusst, sondern sehr stark vom menschlichen Verhalten, insbesondere von Menschen in Führungsrollen. Vereinfacht gesagt: Führungsverhalten macht einen Unterschied, Sie machen einen Unterschied.

Handeln als die Kunst des Möglichen
Henry Kissinger war ein beinharter Pragmatiker und Realpolitiker, der verstanden hat, dass Handeln in der realen Welt, nur auf Grundlage einer realistischen Einschätzung der Rahmenbedingungen und der menschlichen Natur, gelingen kann, und nicht auf der Grundlage luftiger Ideale oder eines über-optimistischen Welt- oder Menschenbildes. 

Zuverlässigkeit und Vorhersehbarkeit als eine zentrale Voraussetzung von Vertrauen
Kissinger hat erkannt, dass Macht und Gestaltungsmöglichkeiten in der Welt und Einfluss auf andere, nicht nur von harten Machtfaktoren, wie Waffen und Sanktionsmöglichkeiten abhängig sind, sondern auch von Zuverlässigkeit und Vorhersehbarkeit im Handeln. Diese Maxime gilt weiterhin, und auch für erfolgreiches Management.

Die Gefahren der Spezialisierung
Kissinger erkannte, dass in der hohen Spezialisierung, die eine bürokratisierte Gesellschaft erfordert, um in dieser Gesellschaft erfolgreich zu sein, auch ein Paradox liegt.

Denn, wenn einmal der Aufstieg in höhere Sphären der Administration oder des Managements gelungen ist, dann sind es nicht die Spezialisten, die sich bewähren, sondern die Generalisten, die den Überblick bewahren und vielseitiges Verständnis für Probleme und Lösungen entwickeln können.

Auch dieses Paradox gilt weiterhin und betrifft viele Führungskräfte, die in Unternehmen aufgestiegen sind.

 

Kommentar für den kritischen Leser

Es ist unzweifelhaft, dass es einige Dinge gibt, die man von Henry Kissinger nicht lernen sollte. Aber auf diese negative Perspektive möchte sich diese Kolumne heute nicht konzentrieren.

 

In der nächsten Kolumne werden wir sehen, was wir von Steve Jobs nicht lernen sollten.

Schicken Sie Ihre Fragen an Michael Hirt an: karrierenews@diepresse.com

Die Fragen werden anonymisiert beantwortet.

 

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Hier finden Sie die gesammelten Kolumnen.

Michael Hirt ist Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor. Hirt verhilft Führungskräften zu außergewöhnlichen Leistungs- und Ergebnissteigerungen, mit hoher Auswirkung auf den Erfolg ihres Unternehmens. Er studierte in Österreich, den USA (Harvard LPSF) und Frankreich (INSEAD MBA) und ist weltweit tätig.

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