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Fashion Week

Die Kopenhagener Modewochen im Zeichen der Nachhaltigkeit

Kollektion von Cecilie Bahnsen.
Kollektion von Cecilie Bahnsen.(c) Copenhagen Fashion Week
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Starke Botschaften und Appelle strömen momentan aus Kopenhagen in die Welt (der Mode). In der dänischen Hauptstadt findet gerade die Fashion Week statt - und ruft Industrie und Modeschöpfer weltweit zu mehr Umweltbewusstsein auf.

Neben Inspiration der begehrten dänischen Designer und Labels wie Baum und Pferdgarten, Henrik Vibskov oder Cecilie Bahnsen ließe sich auf den derzeit in Kopenhagen stattfindenden Modewochen auch etwas vom Umweltbewusstsein der Dänen abschauen. Denn während Modewochen anderenorts oft zur Zielscheibe von Protesten und aktivistischen Initiativen werden, die sich gegen die klimaschädliche und schnelllebige Wegwerf-Kultur aussprechen, geht es die Modewoche in Kopenhagen anders und äußerst innovativ an. Sie ruft auf den Plan: Alle Marken, die zukünftig in Kopenhagen ihre Kollektionen präsentieren wollen, müssen ein Mindestmaß an Kriterien erfüllen. 

Wandel in der Branche

„Der Klimawandel ist da und bedroht unseren Planeten und unser Leben, und die Modeindustrie ist einer der größten Übeltäter“, stellt Geschäftsführerin Cecilie Thorsmark vorab in einer Pressekonferenz klar. Als kultureller und kommerzieller Treffpunkt der skandinavischen Modebranche habe die Kopenhagener Modewoche eine enorme Verantwortung und das Potenzial, einen langfristigen Wandel in der gesamten Branche herbeizuführen und die Modewoche neu zu überdenken. In diesem Zusammenhang stellt sie den „Nachhaltigkeitsplan 2020 - 2022" vor.

Die Veranstalter wollen selbst nachhaltig agieren, stellen aber auch Anforderungen an teilnehmende Marken und Labels. „Alle Akteure der Branche müssen Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und bereit sein, das Ausüben ihrer Geschäfte zu überdenken“, plädierte Thorsmark. „Einfach gesagt, der Status Quo kann nicht so bleiben, wie er ist“.

Drei Jahre haben teilnehmende Marken Zeit, die aufgestellten Nachhaltigkeitskriterien auszuarbeiten und den Teilnahmestandards gerecht zu werden. Dies schließe etwa mit ein, unverkaufte Kleidungsstücke nicht wegzuwerfen, für alle Kollektionen mindestens 50 Prozent zertifizierte, organische oder recycelte Stoffe zu verwenden oder nachhaltige Verpackung zu verwenden.

Um die Einhaltung der Kriterien zu überprüfen, wird ein Punktesystem erstellt. Im laufenden Jahr wird ein Pilotversuch durchgeführt, um Daten zur aktuellen Ausgangssituation zu sammeln und die Grundlage für eine Teilnahme im Jahr 2023 zu berechnen.

Eine neue Ära

Mit einer starken Botschaft sorgte auch das Modelabel Carcel für Aufmerksamkeit. Unter dem Motto „Let's change the walk. Let's walk together“, eröffnete es die Fashion-Week am 28. Jänner. Allerdings nicht mit einer neuen Kollektion, sondern mit einem leeren Laufsteg. Über ein Video wurden Fragen in den Raum gestellt, die die Überproduktion in der Industrie und den Massenkonsum in Zweifel ziehen. Die Produkte der Marke Carcel werden übrigens in Thailand und Peru von Frauen in Gefängnissen hergestellt, aus natürlichen und regionalen Materialien. Im Anschluss wurden alle Anwesenden eingeladen, über den Laufsteg zu schreiten. Um eine aktive Rolle bei der Schaffung von Veränderung zu übernehmen und gemeinsam eine neue Vision für die Mode in der Gesellschaft zu schaffen.

(c) Copenhagen Fashion Week

>> zum vollständigen Nachhaltigkeitsplan der CFW

 

(bsch)