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Einstiegsgehälter

Wie viel Geld bin ich wert?

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Eine Gehaltstabelle ist eine feine Sache. Woher soll man sonst wissen, wie viel man als Einsteiger verlangen darf?

Sie kommt immer gegen Ende eines Bewerbungsgesprächs: die Frage, wie viel Gehalt man sich denn vorstellt. Die Tabelle hier wurde von Österreichs Gehaltsexperten Conrad Pramböck erstellt.

Einstiegsgehälter und nach 3 bis 5 Jahren

Der Ausgangspunkt liegt jeweils etwa im Mittel zwischen den von-bis-Werten. Wer mehr zu bieten hat, verlangt mehr, wer den Abschluss gerade so geschafft hat, darf sich auch über die Untergrenze freuen.
Freuen deshalb, weil die Einstiegsgehälter schon drei Jahre in Folge stiegen. Und zwar deutlich. Geburtenrückgang und Fachkräftemangel zwingen die Personalchefs, mehr draufzulegen. Dafür verlangen sie auch mehr: lupenreines Englisch, Auslandserfahrung, herausragende IT-Kenntnisse. Und sofortige Einsatzfähigkeit.

So manchem Berufseinsteiger widerstrebt das, weil ihm die Work-Life-Balance wichtiger ist, als schon wieder hineinzubuttern. Matura oder Uni-Abschluss waren hart, warum noch einmal anstrengen? Eine solche Einstellung mögen Personalchefs gar nicht. Und das spiegelt sich im Gehalt. Man verrät sich etwa mit der Frage, ab wann man denn ein Sabbatical nehmen könne. Oder mit dem Ablehnen künftiger Führungsverantwortung, weil man lieber eine ruhige 9-to-5-Kugel schieben will.

Berufsschock

Wie rasch man sich im neuen Lebensabschnitt zurechtfindet, hat auch mit der Vorpraxis zu tun. Wer oft gejobbt hat, kennt viele Abläufe schon. Wer gleich bei seinem späteren Arbeitgeber gejobbt hat, kennt dort auch die handelnden Personen. Was zu einem wichtigen Rat führt: nicht wahllos Studentenjobs und Praktika annehmen, sondern gezielt nur dort, wo man vielleicht bleiben will. Und das auch klar sagen. Überflieger berichten übereinstimmend, dass sie so von Anfang an auf dem Radar des Personalchefs waren. So liefen sie auch nie Gefahr, nicht von den mäßig bezahlten Praktika wegzukommen. Wem schon wieder nur ein 450-Euro-Praktikum angeboten wird: klar ablehnen und nach einem fixen 2000-Euro-Job fragen.

Techniker müsste man sein

Viel mehr dürfen alle jene mit Technik- oder IT-Ausbildung verlangen. Sehr gute HTL-Absolventen schaffen auch 2500 Euro Monatsbrutto zum Einstieg, ausgezeichnete Technikbachelors 2800 Euro, Master 3250 Euro. Wer vom Start weg richtig gut verdienen will, muss also nur etwas mit Technik oder IT studieren. Zum Vergleich: Wirtschaftswissenschaftler müssen sich pro Jahr mit 5000 Euro weniger begnügen.

Timing ist alles

Das Gehaltsthema wird übrigens immer vom Recruiter angesprochen. Von sich aus auf das Thema zu kommen – ganz falsch. Gleichgültig, wie lang es dauert. Sonst wirkt es, als wäre man nicht von der Leidenschaft für den Job getrieben. Sondern bloß vom Geld.