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Mondi ist in Kärnten starker Wirtschaftsmotor

Mondi-Frantschach-Geschäftsführer Gottfried Joham verantwortet drei von vier Kompetenzzentren der Gruppe.(c) Mondi
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Mondi Frantschach aus dem Lavanttal setzt bei Verpackungspapieren und Zellstoff neue Maßstäbe und sorgt als einer der wichtigsten Leitbetriebe von Kärnten für Stabilität.

Mondi Frantschach hat es sich zum Ziel gesetzt, in allen Bereichen nachhaltig zu agieren. Einerseits bei der Entwicklung und Herstellung CO2-reduzierter Verpackungspapiere, andererseits aber auch als sicherer Arbeitgeber und somit Garant für die Attraktivität der Region.

Das Unternehmen wurde 1881 gegründet und kann somit auf langjähriges Know-how verweisen. „Wir haben eine hohe Expertise und sehen eine stetig steigende Nachfrage nach unseren Produkten“, sagt Gottfried Joham, Geschäftsführer der Mondi Frantschach GmbH. „Wir unterstützen unsere Kunden, um mit ihnen noch nachhaltigere Verpackungslösungen zu entwickeln, und arbeiten auch eng mit Lieferanten und Forschungsinstituten zusammen, um laufend neue Technologien zu antizipieren.“

Der Papier- und Zellstoffhersteller im Lavanttal ist Teil der Mondi Group, einem global führenden Verpackungs- und Papierunternehmen mit Sitz in Johannesburg, London und Wien.

 

Klimafreundlich

Mondi ist entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Verpackungs- und Papierherstellung tätig – von der Bewirtschaftung von Wäldern über die Produktion von Zellstoff, Papier und Kunststofffolien bis hin zur Entwicklung und Herstellung von effizienten Industrie- und Konsumgüterverpackungen. Einer der wichtigsten Rohstoffe der Mondi-Produkte ist Holz. Zu 70 Prozent stammt es aus Österreich. „Nachhaltigkeit ist ein fixer Bestandteil unserer täglichen Arbeit“, sagt Joham. Das Kärntner Werk ist laut dem Geschäftsführer energieautark dank Investitionen in modernste Technologien und neue Infrastruktur. So erhielt das Werk zum Beispiel eine neue Verbrennungsanlage samt Hightech-Kamin zur Minimierung von Geruchsemissionen im Zusammenhang mit der Zellstoffherstellung.

Kernkompetenz des Standorts Lavanttal sind Kraftsackpapiere, wie etwa der Industriesack für Baustoffe und Futtermittel. Die meisten Produkte werden exportiert. Die Exportrate liegt bei mehr als 90 Prozent.

 

Best Practice

Die Produktpalette kann immer mehr CO2-optimierte Lösungen anbieten. Ein echter Meilenstein gelang Mondi Frantschach mit dem Spezialkraftpapier Advantage Formable Brown, einem naturbraunen, formbaren Papier. Bei Rewe, Merkur, Billa, Hofer usw. kommt es heute für die Verpackung von Biokäse und Wurst an der Feinkosttheke zum Einsatz. „Im Vergleich zur bisher verwendeten Verpackung konnten der Plastikeinsatz um 80 Prozent und der CO2-Fußabdruck um rund zwei Drittel reduziert werden“, sagt Joham. „Auch in Zukunft sehen wir die Herausforderung, noch mehr Innovation in Richtung umweltschonende Verpackungsalternativen anbieten zu können.“

 

Aufwertung

Der Standort Kärnten genießt innerhalb der Mondi Group einen besonderen Stellenwert. Gleich drei von vier Kompetenzzentren der Gruppe sind in Frantschach angesiedelt: ein F&E-Zentrum, ein Bag Application Center und ein Food Application Center. Für die Region ist der Mondi-Standort in Kärnten ein Wirtschaftsmotor und wichtiger Arbeitgeber. Die neuen Zentren schaffen zusätzlich anspruchsvolle Arbeitsplätze, damit ist Mondi Frantschach einer der größten Arbeitgeber der Region. Derzeit sind mehr als 400 Mitarbeiter beschäftigt.

Mit der Digitalisierung verändern sich jedoch die Anforderungen an die Beschäftigung. In der Papiererzeugung ist der Automatisierungsgrad sehr hoch. „Wir sind der Pilotbetrieb in der Mondi-Gruppe für Digitalisierungsprojekte“, sagt Joham. „Einerseits geht es um Vorhersagen von Qualitätswerten und Prozessparametern aufgrund der Vielzahl von Daten, über die wir verfügen.“ Anhand der Vorhersagen werden zum Beispiel Softsensoren entwickelt, die den gesamten Prozess effizienter und genauer machen. Die riesige Kocherei von Mondi Frantschach wird von einer einzigen Warte aus gesteuert. Die Instandhaltung verlangt bestens ausgebildete Mitarbeiter. „Da wir mehr Mitarbeiter ausbilden, als wir in der Instandhaltung benötigen, besteht die Möglichkeit, dass die Beschäftigten in die Produktion wechseln.“ Dort sind weitere Ausbildungspfade vorgegeben, bis hin zur Uni-Ausbildung. Dadurch verfügt das Unternehmen über ein hoch qualifiziertes Team, das überall am Standort eingesetzt werden kann. „Für unser Digitalisierungsprojekt haben wir zusätzlich neue Jobs geschaffen, wie etwa Digital-Analysten. Die Anforderung an die Beschäftigten der Zukunft wird eine andere sein als heute. Sie müssen in der Lage sein zu erkennen, ob die Vorhersagen, die das System trifft, für das Unternehmen Mehrwert generieren.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.01.2020)