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1. Platz: Kleinbetriebe

Ferk Metallbau fokussiert stärker auf Kleinserien

Elisabeth und Karl Ferk führen den südsteirischen Familienbetrieb Ferk Metall in vierter Generation.(C) Ferk Metallbau
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Das steirische Familienunternehmen Ferk Metallbau ist Spezialist für die Produktion anspruchsvoller technischer Herausforderungen im Metallbau und überzeugt mit seinen Produkten.

Als kleiner Betrieb muss man in Zukunft immer schneller und flexibler werden, um gegen die stärker werdende Konkurrenz aus den Billiglohnländern zu bestehen. Diese Herausforderung bekommt auch Ferk Metallbau aus St. Nikolai ob Draßling in der Südsteiermark zu spüren. Geschäftsführer Karl F. Ferk führt das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau, Elisabeth Ferk, bereits in vierter Generation. „Das geringe Lohn- und Preisniveau in den osteuropäischen Ländern macht sich immer stärker bemerkbar“, sagt der Geschäftsführer.

Hauptkunde von Ferk Metallbau ist die Industrie. Blechbearbeitung und Metallbau als Auftragsfertigung, aber auch Oberflächentechnik als Lohnfertigung sind die Kernkompetenzen des steirischen Familienbetriebs. Der Großteil der Kunden ist über Österreich verteilt, aber Ferk hat auch in der Schweiz und in Deutschland einige Kunden. Der Geschäftsführer gesteht: „Unsere Kunden sind zwar sehr treu, aber es wird schwieriger, große Serienaufträge an Land zu ziehen. Großserien wandern häufig in die Billiglohnländer, weil dort die Stundenlöhne wesentlich günstiger sind als bei uns. Vor allem, wenn die Zeit der Fertigung keine Rolle spielt, spricht das gegen uns.“ Für Ferk bleiben dann nur kleinere Losgrößen beziehungsweise Prototypen und Sonderbau sowie Aufträge, bei denen die Lieferzeit ausschlaggebend ist. Sind Kurzfristigkeit und technisch anspruchsvolle Aufträge gefragt, punktet der steirische Metallbaubetrieb mit seinem jahrzehntelangen Know-how.

 

Flexibel bleiben

In der Flexibilität sieht Karl Ferk seine größten Chancen gegenüber den Mitbewerbern aus den Billiglohnländern. „Schlanke Strukturen und kurze Entscheidungswege gehören bei uns zur Firmenphilosophie.“ Über die Generationen hinweg lautet das Motto von Ferk Metallbau gesundes Wachstum. Die Performance stimmt. Kontinuierlich steigt die Bilanzkurve an. 2018 lag der Jahresumsatz bei rund 5,2 Millionen Euro. „Unser Ziel ist, konstant weiterzuwachsen. In der Regel wachsen wir pro Jahr um ein bis zwei Mitarbeiter. Diese Entwicklung wollen wir beibehalten.“

 

Kompetentes Team

Knapp 40 Mitarbeiter beschäftigte das Unternehmen 2018. Sein Team zählt Karl Ferk überhaupt zu den wichtigsten Säulen für den Erfolg. „Vor allem jene Mitarbeiter sind unersetzlich, die bei uns gewachsen sind und dadurch eine unverwechselbare Kompetenz im Metallbau sowie in Metall- und Blechtechnik aufweisen und vielseitig einsetzbar sind. Sie können Produkte von A bis Z umsetzen. Das macht uns einzigartig.“ Um hier den Anschluss nicht zu verlieren, bildet der Betrieb Lehrlinge im Bereich Metalltechnik aus. „Nur so geht das Know-how nicht verloren“, sagt Karl Ferk. „Mir wird immer wieder gesagt, dass wir ein außerordentlich gutes Betriebsklima hätten. Wenn das Zwischenmenschliche und die Kommunikation intern gut laufen, dann kann man auch Außergewöhnliches von seinen Mitarbeitern erwarten.“

Einzig mit der Frauenquote ist der Geschäftsführer noch nicht zufrieden. Vor allem in der Produktion sind die weiblichen Beschäftigten noch eine Ausnahme. „Wir haben das Bestreben, in Zukunft mehr Mitarbeiterinnen anzuziehen.“ Hoffnungsvoll stimmt ihn, dass in letzter Zeit die Zahl der weiblichen Bewerber zugelegt hat. „Das zeigt, dass das Interesse am Metallbau bei Mädchen und Frauen steigt.“ Generell fordert er aber auch von der Politik, die richtigen Zeichen und Schritte zu setzen, damit in Österreich Lehrberufe allgemein einen höheren Stellenwert erhalten.

 

Gute Investitionen

Vor vier Jahren übersiedelte Ferk Metallbau an seinen aktuellen Standort und errichtete dort komplett neue Produktionshallen. „Gerade weil die Konkurrenz immer lauter wird, investieren wir noch stärker in Topqualität.“ In den neuen Hallen kommt modernste technische Ausstattung zum Einsatz – wie etwa eine robotergesteuerte Pulverbeschichtungsanlage. „Die Oberflächenbeschichtung mit Beschichtungsroboter geht absolut mit der Zeit.“ Die technologischen Fortschritte bei der Oberflächenbehandlung wurde in den letzten Jahren in den Fokus gerückt. „Dadurch konnten spezielle Kundenwünsche erfüllt und neue Kunden an Bord geholt werden“, sagt Ferk. „Auch Innovationen betreffend Dekor und Beschriftungen haben sich bewährt und spiegeln sich in der Auftragslage.“

Aktuell forscht Ferk in einem neuen Projekt im Bereich Oberflächentechnik an weiteren Innovationen. „Momentan sind wir gerade in der Phase der Umsetzung und hoffen, in der Anlagentechnik bald noch mehr anbieten zu können.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.01.2020)