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Italien protestiert gegen den "Nutella-Krieg" Brüssels

Italien protestiert gegen NutellaKrieg
(c) AP (Alberto Pellaschiar)
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Die EU-Lebensmittelgesetze könnten zum Werbeverbot für Nutella führen. In Italien – und vor allem beim norditalienischen Süßwarenhersteller Ferrero – gedeihen aber bereits Untergangsszenarien.

ROM (doe). Eigentlich war es ein Etappensieg für die Lebensmittelbranche. So lehnte das EU-Parlament vorige Woche den Vorstoß ab, Lebensmittel je nach Zucker- und Fettgehalt künftig mit Ampelfarben zu kennzeichnen. Stattdessen sollen die Hersteller lediglich verpflichtet werden, die Inhaltsstoffe gut lesbar in Tabellenform aufzudrucken. Darüber hinaus sollen jedoch zucker- und fetthaltige Produkte, die gewisse Grenzen (zehn Gramm Zucker je 100 Gramm Produkt) überschreiten, nach dem Willen der EU auch nicht mehr als „gesundheitsbezogen“ beworben werden.

Wie und wann das verbindlich wird, ist zwar noch offen. In Italien – und vor allem beim norditalienischen Süßwarenhersteller Ferrero – gedeihen aber bereits Untergangsszenarien. So sei das „Kulturgut“ Nutella in Gefahr, das in der Werbung als kraftspendendes Frühstück beworben wird. Schon heute weist das Kleingedruckte auf dem Etikett aus, dass es sich bei jedem Glas um eine wahre Zucker- und Kalorienbombe handelt, mit mehr als 50 Prozent Zucker und 30 Prozent Fett.

 

„Hände weg von Nutella“

„Der nächste Schritt wäre, Nutella wie Zigaretten zu behandeln. Man wird uns zwingen, auf das Glas eine Etikette mit der Aufschrift ,Achtung, dieses Produkt macht übergewichtig‘ zu kleben“, sagt Francesco Paolo Fulci, Vizepräsident von Ferrero. Unterstützung bekommt das Unternehmen von höchster Stelle. Landwirtschaftsminister Giancarlo Galan schrieb einen geharnischten Brief nach Brüssel, ein stellvertretender Minister der Lega Nord gründete ein Komitee „Hände weg von Nutella“, und auch in den italienischen Foren im Internet laufen die Proteste heiß.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.06.2010)