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Kolumne zum Tag

Cornetta und Calippa

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Archivbild.(c) imago stock&people (imago stock&people)
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Auf die Twinna-Pionierin könnten natürlich weitere weibliche Eisvarianten folgen: Die Cornetta etwa.

Ich denke bei „Eis“ trotz der absonderlich zweistelligen Temperaturen zwar eher an Eislaufen als an Eisessen, aber: Eskimo hat eben verkündet, dass das Twinni-Eis, wenn es wieder warm wird (also jetzt dann ab Februar) ein weibliches Pendant bekommt. Die Twinna. Das hat natürlich in den sozialen Medien für Diskussionen gesorgt: Brauchen wir als Symbol für die Gleichberechtigung wirklich ein weibliches Eis? Ist das nicht nur ein Marketing-Gag? (Voll aufgegangen, natürlich.) Während die Twinna nun sehr eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden kann, ist – zumindest in meinem Umfeld – die Frage nach wie vor ungeklärt, ob der gleich um 52 Jahre ältere Bruder der Twinna eigentlich der Twinni oder das Twinni heißt. (Ich fand bisher ja das). Auch bei anderen Eisklassikern funktionieren irgendwie zwei Artikel: der Cornetto oder das Cornetto. Der Magnum oder das Magnum. Fix aber der Jolly, bitte!

Jedenfalls sind alle Eskimo-Eissorten bisher männlich oder sächlich gewesen. (Mit zwei Ausnahmen, auf die uns ein aufmerksamer Leser hingewiesen hat: die einstigen Eissorten Comtesse und Enterprise.) Auf die Twinna-Pionierin könnten natürlich weitere weibliche Eisvarianten folgen: Die Cornetta etwa (durchaus denkbar), die Calippa (ebenso), die Jollita (na ja), die Magna (ungünstig, weil namentlich schon vorbelastet). Und auch der Banana Joe (kennt den noch jemand?) könnte mühelos eine, sagen wir, Strawberry Jane bekommen. Das zu Unrecht komplett vergessene beste Eskimo-Eis aller Zeiten ist übrigens der Romero, an den sich außer mir, glaube ich, überhaupt niemand mehr erinnert. Vielleicht gründe ich eines Tages eine Facebook-Gruppe, nachdem eine solche bereits den (oder das?) Tschisi zurückgebracht hat. In Wien sperren die Eissalons übrigens in einem Monat schon wieder auf. Höchste Zeit, vorher noch eislaufen zu gehen! Und falls Sie lieber in Skihütten einkehren: Es gibt tatsächlich Menschen, die das Germknödel sagen. Sollte man aber nicht. So wie man nicht einmal aus Gründen der Gleichberechtigung wie die Deutschen eine Cola bestellen sollte. In diesem Sinne: Schöne Ferien!

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2020)