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Wer über Poller fällt, ist selbst schuld

Wer über Poller fällt, ist selbst schuld (Symbolbild).
Wer über Poller fällt, ist selbst schuld (Symbolbild).imago images / Schöning
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Der OGH fordert von Fußgängern Aufmerksamkeit ein.

Wien. Es waren kniehohe Marmorpoller, die einer Frau in einer Fußgängerzone zum Verhängnis wurden. Sie klagte die Stadtgemeinde. Doch der Oberste Gerichtshof betont nun, dass man von Fußgängern eine gewisse Aufmerksamkeit einfordern muss.

Strittig war, ob die Poller als Bauwerk zu qualifizieren sind oder die eingeschränkte Wegehalterhaftung zum Tragen kommt. Der OGH bestätigte die letztere Ansicht. Wegehalter haften nur, wenn man ihnen Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit vorwerfen kann.

Die Richter nahmen aber die Passantin in die Pflicht. Es sei von Passanten „zu verlangen, vor die Füße zu schauen, der einzuschlagenden Wegstrecke Aufmerksamkeit zuzuwenden und einem auftauchenden Hindernis oder einer gefährlichen Stelle möglichst auszuweichen“, sagte der OGH (7 Ob 179/19b). Und die Poller im aktuellen Fall würden „einer durchschnittlich aufmerksamen Person sofort in die Augen fallen“. (aich)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.02.2020)