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AMS-Zahlen

Florierender Bau sorgt für sinkende Arbeitslosenzahlen

Clemens Fabry
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Nach mehr als drei Jahren sinkender Arbeitslosigkeit vermeldet das Arbeitsmarktservice auch für den Jänner gute Zahlen. Im Laufe des Jahres dürfte sich das allerdings ändern.

Es sind einmal mehr gute Nachrichten, die das Arbeitsmarktservice (AMS) am Montag verkünden konnte: Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist auch im Jänner gesunken. Zu Monatsende waren 420.701 Arbeitslose und Schulungsteilnehmer beim AMS vorgemerkt. Das waren um 2,9 Prozent weniger als ein Jahr davor. Fast alle Bundesländer verzeichneten rückläufige Arbeitlosenzahlen - bis auf Vorarlberg, wo um fünf Personen (ja, wirklich fünf) mehr ohne Job waren als im Jänner 2019.

Für die guten Zahlen zeichnete maßgeblich der Bau verantwortlich. „Der überdurchschnittlich warme Jänner verbunden mit einer noch immer guten Auftragslage lässt die Bauarbeitslosigkeit sehr stark sinken“, sagte AMS-Chef Johannes Kopf. Auf dem Bau gab es (inklusive Schulungsteilnehmer) um 7,2 Prozent weniger Arbeitslose als vor einem Jahr.

Experten erwarten steigende Arbeitslosigkeit

Die guten Arbeitslosenzahlen sind umso erfreulicher, als die Experten für heuer erstmals seit mehr als drei Jahren wieder mehr Arbeitslose erwarten. Im vergangenen Jahr sank die Arbeitslosigkeit - wider den Prognosen - das ganze Jahr über. Und zwar in allen Bundesländern und in allen relevanten Branchen. Schon 2019 zeigte sich der Baubereich auffallend stark. Heuer rechnet AMS-Chef Kopf mit einem „moderaten Anstieg“ der Arbeitslosigkeit um 5000 bis 10.000 Personen.

Sieht man sich die Zahlen genauer an, lassen sich schon die Vorboten erkennen: Mehr Arbeitslose gab es im Jänner unter Personen mit Behinderung (+2,6 Prozent) und Personen mit sonstigen gesundheitlichen Einschränkungen (+4,8 Prozent). Steigt die Arbeitslosigkeit, trifft es in der Regel zuerst Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt ohnehin schwer haben. Nach Branchen betrachtet verzeichnet die Warenherstellung (+2,2 Prozent) und die Branche Verkehr und Lagerei (+2,6 Prozent) bereits steigende Arbeitslosenzahlen. In allen anderen Branchen war sie im Jänner rückläufig.

Um 233 arbeitslose Akademiker

Sinkende Arbeitslosenzahlen gab es auch in so gut wie allen Ausbildungsgruppen. Am stärksten rückläufig waren sie unter Personen, die eine Lehre absolviert haben (-3,7 Prozent). Mehr Arbeitslose (+0,7 Prozent) gab es im Jänner nur unter den Akademikern.

(hie)