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Coronavirus: Alle sieben Rückkehrer negativ getestet

Soldaten bei der Desinfektion der C-130 Maschine, die die sieben Österreicher von Frankreich nach Wien gebracht
Soldaten bei der Desinfektion der C-130 Maschine, die die sieben Österreicher von Frankreich nach Wien gebrachtAPA/BUNDESHEER
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Die sieben Heimkehrer haben sich nicht mit dem Virus infiziert, müssen aber weiter in Quarantäne bleiben. Abschiebungen sowie AUA-Flüge nach China wurden indes ausgesetzt.

Die Untersuchungsergebnisse der sieben österreichischen Rückkehrer aus der Corona-Hochrisikoregion Wuhan sind da. Die sechs Erwachsenen und ein Kind sind negativ auf das Virus getestet worden.

Die sechs Erwachsenen und ein Kind waren noch am Sonntag vom Flughafen Schwechat aus ins Hygienezentrum Wien gebracht worden. Obwohl sie gesund sind, müssen sie weiterhin - 14 Tage lang - in Quarantäne bleiben. Wo sie untergebracht werden, wurde nicht mitgeteilt.

Die sieben Rückkehrer befinden sich "in sicheren Quartieren, damit die Isolierung weiterhin gewahrt bleibt“ - in Wien, hieß es von den Behörden. Es müsse sich jedenfalls niemand vor einer Ansteckungsgefahr fürchten. Die zweiwöchige Quarantäne erfolgt aus Sicherheitsgründen und um jeden Verdacht einer Infektion auszuräumen.

Politiker: „Kein Grund zur Panik"

Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) betonte in einer Aussendung, dass die Rückkehrer täglich vom Gesundheitsamt kontaktiert werden. "Es werden in diesen zwei Wochen noch mehrere Abstriche und Untersuchungen nach einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus vorgenommen. Ich bin zuversichtlich, dass alles gut geht und diese sieben Personen nach der Quarantänezeit gesund nach Hause gehen können", meinte Hacker, der auch darauf hinwies, dass die Versorgungskette in Wien hervorragend funktioniert habe.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betonte, dass weiterhin größte Aufmerksamkeit und Vorsicht walten gelassen wird, "bis auch der letzte Verdacht ausgeräumt werden kann. Ich möchte betonen, dass weiterhin kein Grund zur Panik besteht und wir uns der Herausforderung mit Besonnenheit und Ruhe stellen", sagte er in der Aussendung. Bisher wurde das Coronavirus hierzulande in keinem einzigen Fall nachgewiesen - bisher 47 Tests sind allesamt negativ. "Österreich ist bestens vorbereitet", bekräftigte Anschober einmal mehr.

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Neue Verdachtsfälle

Indes hat das Gesundheitsministerium Montagvormittag fünf neue Coronavirus-Verdachtsfälle für Österreich bekannt gegeben. Drei wurden aus Niederösterreich gemeldet, bei denen es am Nachmittag aber bereits Entwarnung gab. In Tirol und in Kärnten wird noch auf die Ergebnisse gewartet.

In Kärnten hat ein Villacher, der am 18. Jänner aus China zurückgekehrt war, nun grippeähnliche Symptome. Laut Informationen der Landessanitätsdirektion wird noch am Montag ein Abstrich bei dem Mann gemacht und zur Analyse nach Wien geschickt. Mit einem Ergebnis ist frühestens am Dienstag zu rechnen. Der Villacher bleibt bis zur Abklärung in Heimquarantäne.

Aus Kärnten wurden am Montagabend zudem zwei weitere Verdachtsfälle gemeldet. Einer Aussendung des Landespressedienstes zufolge handelt es sich um zwei Personen aus dem Bezirk Klagenfurt-Land, die wegen "milder Atemwegssymptomatik" nach einem Aufenthalt in Shanghai eine niedergelassene Ärztin aufgesucht hätten. Bei den Patienten wurde ein Nasen-Rachen-Abstrich genommen, der nach Wien zur Laboranalyse geschickt wird. Die betroffenen Personen befinden sich vorläufig in Heimquarantäne, bis die Untersuchungsergebnisse vorliegen.

Mann in Tirol war in China

Bei dem Verdachtsfall in Tirol handelt es sich um einen Mann aus dem Bezirk Kufstein, der sich vom 16. bis zum 19. Jänner in China rund 1000 Kilometer westlich von Wuhan aufhielt und nach seiner Rückkehr Ende Jänner grippeähnliche Symptome aufwies, wie das Land mitteilte. Eine Erkrankung am Coronavirus sei wenig wahrscheinlich, hieß es, weil in der betreffenden Region Chinas nur eine äußerst geringe Fallzahl an Erkrankungen bekannt sei. Vorsorglich würden nun aber bereits enge Kontaktpersonen identifiziert.

"Mittlerweile geht es dem Mann schon wieder deutlich besser. Dennoch wurden umgehend alle notwendigen Abklärungsschritte eingeleitet", erklärte Landessanitätsdirektor Franz Katzgraber. Am Sonntag wurden im Bezirkskrankenhaus Kufstein Blut- und Abstrichproben entnommen, die sich nunmehr auf dem Weg nach Wien befinden. Dort würden sie am Virologischen Institut untersucht. "Wir rechnen mit den Ergebnissen spätestens im Laufe des morgigen Tages", so Katzgraber, der einmal mehr betonte, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gebe. Der Mann sei vorsorglich dazu aufgefordert worden, sich häuslich zu isolieren.

Keine Abschiebungen oder Flüge

Wie die „Presse“ erfuhr, hat die Asylbehörde indes sämtliche Abschiebungen nach China ausgesetzt. So wurden alle derzeit geplanten Abschiebungen storniert oder verschoben „bis die Gefährdungslage geklärt“ sei, heißt es in einem Schreiben. „Bis auf weiteres“ sei es nicht möglich, „zwangsweise Rückführungen nach China durchzuführen."

Die Austrian Airlines setzten aufgrund des Coronavirus die China-Flüge zumindest bis zum 28. Februar aus. Zunächst waren sie bis zum 9. Februar gecancelt worden, hieß es in einer Aussendung der Lufthansa Group am Montag.

Der Flugstopp betrifft die gesamte Lufthansa-Gruppe. Die Ziele Nanjing, Shenyang und Qingdao sollen bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März nicht angeflogen werden. Insgesamt fallen damit pro Woche 54 Flüge aus Deutschland, der Schweiz und Österreich nach China weg. Die 19 wöchentlichen Flüge von und nach Hongkong heben weiter planmäßig ab.

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(APA/red.)