MOSCOW, RUSSIA - JANUARY 21, 2020: Russia s Prime Minister Mikhail Mishustin enters the hall for a meeting of the newly
Neuer Premier

Wladimir Putins Systemtechniker

Premier Michail Mischustin knüpfte einst als Veranstalter von Hockey-Turnieren Kontakte zur politischen Elite. Als Chef der Steuerbehörde steigerte er die Budgeteinnahmen. Nun soll er die Wirtschaft wieder zum Laufen bringen.

Moskau. Als Michail Mischustin vor zehn Jahren seinen Posten als Chef der russischen Steuerbehörde FNS antrat, sprach er von seiner Vision des Staatsorgans: Eine „Serviceeinrichtung“ sollte aus der Einrichtung werden, mit zufriedenen Steuerzahlern als Kunden. Das klang wie ein Science-Fiction-Szenario in einem Land, in dem Behörden entweder ineffizient oder unberechenbar sind. Oder sogar beides. Doch Mischustin machte ernst mit der digitalen Transformation. Mit Hilfe moderner Informationstechnologie und zeitgemäßen Kontrollinstrumenten gelang ihm eine Verdopplung der Steuereinkünfte innerhalb der vergangenen Dekade. Die Anhebung der Mehrwertsteuer um zwei Prozent im Jahr 2019 spülte zusätzlich Geld in die Staatskassen. Die russischen Steuereintreiber mögen noch immer nicht besonders beliebt sein, zumindest aber gilt die FNS als funktionierendes Organ.