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Ärzte

Immer mehr Kassenstellen unbesetzt

Immer mehr Kassenstellen sind nicht besetzt.
Immer mehr Kassenstellen sind nicht besetzt.(c) Clemens Fabry
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Mit Jahresbeginn waren 157 von den Krankenkassen ausgeschriebene Stellen für Ärzte offen. In der Allgemeinmedizin und in Oberösterreich ist das Problem am größten.

Wien. Heimische Patienten müssen immer häufiger zu Wahlärzten ausweichen. Denn immer mehr Kassenstellen sind nicht besetzt. Ihre Zahl ist zuletzt weiter gestiegen.

Mit Jahresbeginn waren in Österreich 157 von den Krankenkassen ausgeschriebene Stellen für Ärzte nicht besetzt. Das sind um 28 mehr als vor einem Jahr, geht aus Daten der Ärztekammer hervor. Für viele Ärzte scheinen die Kassenstellen finanziell, aber vor allem organisatorisch weniger attraktiv als die Wahlarztpraxis zu sein.

Der Anstieg unbesetzter Kassenstellen geht fast zur Gänze auf das Konto der Allgemeinmediziner. Hier ist die Zahl der unbesetzten Stellen von 68 um fast 40 Prozent auf 95 angewachsen. Bei den Fachärzten ist nur eine unbesetzte Stelle hinzugekommen. Zum Jahreswechsel waren es 62. Hier ist der Mangel bei jenen Fachärzten für Kinderheilkunde am größten. 26 der insgesamt 62 nicht besetzten Facharztstellen betreffen die Kinderheilkunde, 16 die Frauenheilkunde.

 

Diskussion um Wahlarztkosten

Am größten ist das Problem in Oberösterreich. Dort sind 28 Kassenstellen für Allgemeinmediziner und neun für Fachärzte unbesetzt (siehe Grafik). In Niederösterreich sind es 22 für Allgemeinmediziner und 14 für Fachärzte, in Wien 19 für Allgemeinmediziner und zehn für Fachärzte.

Die neuen Zahlen sorgen für politische Diskussionen. Die Neos sehen die Schuld bei den Kassen, „die die Vertragsbedingungen für Kassenärztinnen und -ärzte weiter restriktiv und unattraktiv halten“. Sie fordern, dass die Krankenkassen die Wahlarztkosten übernehmen, wenn es im Heimatbezirk der Patienten keine Vertragsärzte gibt. Von den Grünen gab es dafür eine Absage. Denn das würde eine Zerschlagung und Privatisierung des Gesundheitssystems zur Folge haben. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2020)