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Gegengift

Aber jetzt zerreiß ich's, dieses billige Machwerk aus Papier!

Darf man Aschermittwochsreden, Fastenpredigten oder salbungsvolle Neujahrsbotschaften lustvoll zerfetzen? Es geht leicht von der Hand.

Als die Sport-, Spiel- und Freizeitklubs des Gegengiftes noch richtig jung und pubertär waren, gab es einen Heumarkt-Ringer, dem zumindest fast alle Buben nacheiferten: Der Steirer Otto Wanz, dessen Blut kein Himbeersaft war, wurde zur Legende, als er im Fernsehen die dicksten Telefonbücher in der Mitte auseinanderriss. Ratsch! Schon war Wien von A bis H eine geteilte Stadt. Er konnte gut drei Dutzend dieser Wälzer pro Minute zerfetzen.
Wir wollten das damals auch alle können. Doch nicht einmal das burgenländische Telefonbuch hat selbst der Stärkste unter uns geschafft. Für die jüngeren unter den Leserinnen und Lesern: Ein Telefonbuch war ein Druckwerk aus billigem Papier, in dem (bis auf anonyme Ausnahmen) Namen, Nummern und Adressen (!) aller Fernsprecher*Innen eines Bundeslandes verzeichnet waren. Da kamen bei einer bevölkerungsreichen und modernen Metropole schon sehr viele Seiten zusammen.