Schnellauswahl
Netzwerkausrüster

US-Interesse an Nokia und Ericsson

Weder Nokia noch Ericsson wollten sich zu Barrs Aussagen äußern.
Weder Nokia noch Ericsson wollten sich zu Barrs Aussagen äußern.REUTERS
  • Drucken
  • Kommentieren

Die US-Regierung überlegt eine Beteiligung, die Aktien steigen.

Washington/Stockholm. Rufe des US-Justizministers William Barr nach einer staatlichen Unterstützung für die Huawei-Konkurrenten Ericsson und Nokia haben die Aktien der beiden europäischen Netzwerkausrüster beflügelt. Die Titel der beiden skandinavischen Konzerne lagen am Freitagnachmittag deutlich im Plus.

Die USA und Verbündete sollten erwägen, sich einen „beherrschenden Anteil“ an den beiden Ausrüstern zu sichern, um Huawei beim Aufbau der dringend benötigten 5G-Netze die Stirn bieten zu können, hatte Barr zuvor gesagt. Dies könne durch den Staat oder über ein Konsortium amerikanischer und verbündeter Firmen geschehen, fügte er auf einer Konferenz in Washington hinzu, die sich mit chinesischer Wirtschaftsspionage beschäftigte.

Eine solche finanzielle Macht hinter eine oder beide der Firmen zu stellen, werde sie in der Konkurrenz zu Huawei deutlich stärken, sagte Barr. Die Unternehmen weisen zusammen eine Marktkapitalisierung von rund 50 Milliarden Dollar aus. Auf welche Töpfe Barr zur Finanzierung seiner Überlegungen zurückgreifen will, blieb unklar.

Die USA warnen seit Monaten vor möglicher Spionage und Sabotage durch Huawei und drängen darauf, die Technik des Konzerns nicht zum Aufbau der 5G-Netze zu nutzen. Dem privaten Unternehmen wird vorgeworfen, unter starkem Einfluss der kommunistischen Führung in Peking zu stehen. Huawei hat die Vorwürfe immer wieder zurückgewiesen.

Weder Nokia noch Ericsson wollten sich zu Barrs Aussagen äußern. Diese riefen aber den Ericsson-Miteigner und Finanzinvestor Cevian auf den Plan. Ein Interesse der USA sei positiv für Schweden, das Unternehmen und seine Aktionäre, erklärte Cevian-Manager Christer Gardell. Ein möglicher Deal könne aber auf keinen Fall den gegenwärtigen Kurs der völlig unterbewerteten Aktie als Basis nehmen.

Die Nokia-Aktie schwächelt schon länger: Auf Einjahressicht hat sie 25 Prozent verloren, auf Fünfjahressicht 40. Ericsson liegt seit einem Jahr leicht im Plus, seit fünf Jahren hat die Aktie fast ein Fünftel verloren. (Reuters/b. l.)