In Berlin gibt es eine Hotline für ältere einsame Menschen. „Die Presse“ lauschte im Telefonzimmer mit. Und auch die Caritas zeigt Interesse.
Wer zum ersten Mal vom „Silbernetz“-Telefon hört, einer Hotline für einsame und ältere Berliner, der stellt sich tieftraurige Gespräche vor, die von Verlust und Isolation handeln, von Verstorbenen und vom Alleinsein. Und diese Gespräche gibt es auch. Aber eben nicht nur. Silbernetz-Mitarbeiterin Marina hebt ab. „War ja heute schönes Wetter, aber kalt, nicht so warm“, sagt sie ins Headset. Der Anruf dauert keine fünf Minuten.
Als Marina auflegt, fragt man neugierig, worüber denn die einsame Frau am anderen Ende der Leitung reden wollte, man habe nur aufgeschnappt, dass auch das Berliner Wetter Thema war. „Och, die ruft oft an. Die sagt bloß immer, was sie gemacht hat. Ein paar Worte.“ Nächster Anruf. Wieder sehr kurz. Diesmal wollte eine Frau mitteilen, dass sie einen „schönen Tag“ hatte, sagt die Mitarbeiterin. Denn ohne den Anruf hätte davon ja niemand Notiz genommen, als hätte es den „schönen Tag“ gar nicht gegeben.