Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Nahost

Israel verbietet Export von Agrarprodukten aus Palästinensergebieten

January 22, 2020, Gaza City, The Gaza Strip, Palestine: Palestinians march in the Al-Zawiya market during heavy rains in
Vor allem Gurken und Tomaten werden aus den Palästinenserregionen nach Israel geliefert. Im Bild ein Gemüsestand auf einem Markt in Gaza (Archivbild)(c) imago images/ZUMA Press (Mahmoud Issa via www.imago-images.de)
  • Drucken

Weil die Palästinensische Autonomiebehörde ein Einführverbot für israelische Kälber verhängt hat, will Israel nun gar keine landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Palästinenser mehr einführen. Ihnen wurde die Ausfuhr über die Allenby-Brücke verboten.

Israel hat den Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus den Palästinensergebieten ab Sonntag verboten. Man reagiere damit auf ein Einfuhrverbot für israelische Kälber durch die Palästinensische Autonomiebehörde, teilte die zuständige Behörde Cogat mit. Diese schade israelischen Viehzüchtern schwer.

Die Palästinenser dürften ihre Produkte nun bis auf weiteres nicht mehr über die Allenby-Brücke an der Grenze zu Jordanien ausführen. Der israelische Verteidigungsminister Naftali Bennett hatte Anfang des Monats bereits ein Importverbot landwirtschaftlicher Produkte aus den palästinensischen Gebieten nach Israel ausgesprochen. Im Gegenzug unterband die Autonomiebehörde daraufhin den Import weiterer israelischer Produkte wie Obst, Gemüse und Wasserflaschen.

Vor allem Gurken und Tomaten

"In dem Moment, in dem die Palästinensische Autonomiebehörde ihre Entscheidung, dem Viehhandel mit Israel und dem freien Markt zu schaden, zurücknimmt - wird die Situation wieder normalisiert", hieß es am Sonntag in der Cogat-Mitteilung. Israel kontrolliert den Import und Export der Palästinensergebiete, beispielsweise an der Grenze zu Jordanien.

Ein palästinensischer Einfuhrboykott israelischer Kälber und Schafe hatte bereits im September vergangenen Jahres begonnen. Die Palästinenser produzieren vor allem für den eigenen Markt, liefern aber auch an Israel, unter anderem Gurken und Tomaten.

Palästinenser wollen sich wirtschaftlich loslösen

Ein Sprecher der Palästinenserbehörde bekräftigte im vergangenen Oktober, man wolle sich von Israel wirtschaftlich lösen. Man werde "weiterhin versuchen, israelische Produkte durch arabische Alternativen zu ersetzen".

Die Palästinenserführung hatte im Oktober 2018 erklärt, angesichts des stockenden Friedensprozesses Israel die Anerkennung als Staat zu entziehen und jegliche Zusammenarbeit zu beenden. Dies betreffe die Sicherheit ebenso wie die Wirtschaft, teilte der Zentralrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) damals mit.

Israel hat 1967 während des Sechstagekrieges unter anderem das Westjordanland, den Gazastreifen und Ost-Jerusalem erobert. Die Vereinten Nationen stufen die Gebiete als besetzt ein. Die Palästinenser fordern diese Gebiete für einen Staat Palästina.

(Ag.)