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Rechtspanorama

Schummlerin siegt gegen ihre Universität

WU Wien
WU WienDie Presse, Clemens Fabry
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Studentin darf laut dem VwGH weiterstudieren.

Wien. Vier Mal schon war eine Studentin der WU bei der Prüfung „Beschaffung, Logistik, Produktion“ durchgefallen. Beim fünften Mal wollte sie mit ihrem Handy nachhelfen, wurde dabei aber ertappt. Das Rektorat der Universität sperrte sie nun für das Bachelorstudium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Schummeln wird wie ein „Nicht genügend“ beurteilt. Und damit hatte die Frau alle möglichen Versuche für die Prüfung aufgebraucht.

Nun ging sie vor Gericht. Und dort kam ihr zugute, dass man laut Gesetz nur nicht zu oft bei einer „im Studium vorgeschriebenen Prüfung“ durchfallen darf. Es habe sich aber um ein Wahlfach gehandelt, befand das Bundesverwaltungsgericht. Und bei Wahlfächern gebe es mangels Pflicht keine „vorgeschriebene Prüfung“. Das Rektorat focht diese Entscheidung noch vor dem Verwaltungsgerichtshof (Ro 2019/10/0027) an. Doch auch er entschied, dass die Frau weiterstudieren darf.
Sie muss drei von vier Fächern schaffen. Für das eine bleibt sie gesperrt, in zwei anderen hat sie aber im Jahr 2012 ein „Genügend“ errungen. Nun muss sie in „Finanzierung“ bestehen. Dort ist sie bisher zweimal durchgefallen. (aich)