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Quergeschrieben

Sollen Ärzte per Gesetz von Heilern zu Todesbringern werden?

Eine Legalisierung der Beihilfe zur Selbsttötung würde das Berufsbild der Ärzte verändern und wirft eine Reihe ethischer und rechtlicher Fragen auf.

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Drei Ärzte standen kürzlich in Belgien vor Gericht. Sie sollen eine körperlich gesunde, aber psychisch kranke junge Frau bei ihrer Selbsttötung unterstützt haben. In Belgien ist assistierter Suizid legal, so wie auch aktive und passive Sterbehilfe, selbst bei Kindern. Ausdiskutiert ist das Thema damit aber noch längst nicht, ganz im Gegenteil. Geklagt haben in diesem Fall die Schwestern der erst 38-Jährigen, die an Autismus litt. Bei einer derartigen Erkrankung hätten die Ärzte deren Bitte auf Sterbehilfe nicht ernst nehmen dürfen. Die Ärzte wurden freigesprochen.

Entschieden ist auch ein anderer umstrittener Fall in den Niederlanden, das ähnlich großzügige Regelungen beim Thema Beihilfe zur Selbsttötung und aktive Sterbehilfe hat. Dort wurde eine Ärztin geklagt, die einer Alzheimer-Patientin ein tödliches Medikament verabreicht hatte. Die alte Dame hatte vier Jahre zuvor darum gebeten, falls die Krankheit weiter fortschreite.