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Oscars 2020

"Fucking crazy": Regisseur Bong Joon Ho feiert Oscar-Triumph

US-ENTERTAINMENT-FILM-OSCARS-GOVERNORS BALL
Sind das alles seine? Vier Oscars gab es für "Parasite". In den Sparten Bester Film, Regie, Original-Drehbuch und Internationaler Film.(c) APA/AFP/VALERIE MACON (VALERIE MACON)
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"Ich denke, irgendetwas wird mich gleich am Kopf treffen und ich werde von diesem Traum aufwachen“, glaubte der Regisseur nach der Oscar-Verleihung.

Kurz nach seinem sensationellen Oscar-Sieg mit dem Film "Parasite" trat  der südkoreanische Regisseur Bong Joon Ho mit zwei Oscar-Trophäen in den Händen vor die Medien. Zwei weitere Goldjungen halten seine Produzentin und sein Drehbuchautor fest. Die vier Oscars gab es in den Sparten Bester Film, Regie, Original-Drehbuch und Internationaler Film. "Es fühlt sich immer noch sehr surreal an", sagte der Regisseur hinter den Kulissen, wo er von Hunderten Journalisten mit Standing Ovations laut gefeiert wurde. Nie zuvor ging Hollywoods begehrtester Preis an einen Film, in dem nicht überwiegend Englisch gesprochen wird.

"Ich denke, irgendetwas wird mich gleich am Kopf treffen und ich werde von diesem Traum aufwachen", witzelte Bong Joon Ho, dabei klopft er sich leicht mit einem seiner Oscars auf den Kopf. Der Filmemacher sprach in seiner Muttersprache, doch auf Englisch kommentiert er seinen sensationellen Oscar-Triumph noch mit dem Kraftausdruck "fucking crazy".

Fan von Scorsese

Er sprach auch über sein großes Vorbild, den Hollywood-Regisseur Martin Scorsese. Viele Male sei Scorsese über die Jahre hinweg als Regisseur bei den Oscars leer ausgegangen, bedauert Bong Joon Ho. "Ich erinnere mich genau, als er dann schließlich für 'The Departed' den Regie-Oscar gewann, war ich so froh. Jetzt allein schon mit ihm nominiert zu sein, ist eine enorme Ehre und kaum zu begreifen."

Als erster ausländischer Film überhaupt hat "Parasite" den Oscar in der Königskategorie bester Film gewonnen und damit Geschichte geschrieben. Eines Tages werde das hoffentlich "nichts Besonderes" mehr sein, sagt der Regisseur. Schon jetzt würden solche Hürden fallen, denn die Zuschauer seien durch Streamingdienste und soziale Medien viel besser miteinander vernetzt.

Keine Pause für den Regisseur

Nach seinen vielen Preiserfolgen wird sich Bong Joon Ho keine längere Pause gönnen. "Ich muss in meinem Job weiter arbeiten. Ich arbeite seit 20 Jahren, egal was in Cannes oder bei den Oscars passiert." Er drehe bereits wieder zwei Filme, einen in Koreanisch, den anderen auf Englisch.

Stolz in Südkorea

In Bongs Heimat Südkorea hat der OScar-Triumph überschwängliche Freude ausgelöst. Staatspräsident Moon Jae schrieb in einem Statement, er sei stolz auf den Regisseur. "Ich bin ihnen besonders dankbar, weil sie unseren Landsleuten Stolz und Mut eingeflößt haben, während wir zusammenstehen, um Probleme zu überwinden", schrieb Moon. Zugleich versprach er, die Regierung werde den Menschen in der Filmindustrie beistehen, "so dass sie ihre Fantasie voll ausschöpfen und Filme machen können, ohne beunruhigt zu sein".

(APA/dpa)