Leitartikel

Wie lang kann sich Deutschland den Dauerstillstand noch leisten?

Kramp-Karrenbauer hatte einfach nicht das Format, die deutsche Regierungspartei oder gar das Land zu führen.
Kramp-Karrenbauer hatte einfach nicht das Format, die deutsche Regierungspartei oder gar das Land zu führen.(c) APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ
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Nach dem Rückzug Kramp-Karrenbauers wird die CDU wieder monatelang mit sich selbst beschäftigt sein. Das hat die Partei letztlich Merkel zu verdanken.

Der erste Versuch Angela Merkels, ihre Nachfolge zu regeln, ist gründlich gescheitert. Es fing damit an, dass die deutsche Langzeitkanzlerin im Oktober 2018 lediglich ihr Amt als CDU-Vorsitzende räumte, als Kanzlerin jedoch blieb. Dieser halbe Rücktritt bot ihrer charismabefreiten Wunschkandidatin, Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK), von Beginn an eine bestenfalls halbe Chance, sich zu profilieren. Und diese ohnehin begrenzte Möglichkeit engte die Ex-Ministerpräsidentin des Saarlands mit fast jedem Tag, den sie an der Spitze der CDU verbrachte, weiter ein. Kramp-Karrenbauer hatte einfach nicht das Format, die deutsche Regierungspartei oder gar das Land zu führen.

Mit ihr als Kanzlerkandidatin wären die Christdemokraten mit einem Wettbewerbsnachteil an den Start gegangen. Das war sogar den treuesten Parteisoldaten bald klar. Auch Monate nach ihrer Kür zur CDU-Chefin verebbte die Diskussion darüber nie, wer die Union in die Bundestagswahl führen soll.

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