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5G-Netz laut Experten aus derzeitiger Datenlage "ungefährlich"

Der angekündigte 5G-Ausbau hat Bedenken bei zahlreichen Menschen geschürt, dass die Strahlung gesundheitsschädlich sein könnte.imago images/PA Images
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In keiner Studie habe ein „Anstieg der Hirntumorinzidenz trotz der enormen Zunahme der Nutzung von Mobilfunk nachgewiesen werden“ können, erklärt Gerald Haidinger von der Medizinischen Universität Wien im Gespräch mit Ministerin Elisabeth Köstinger zusammen.

Beim 5G-Mobilnetz ist laut den Experten des "Wissenschaftlichen Beirats Funk" (WBF) "aus der derzeitigen Datenlage eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Mobilfunk nicht anzunehmen". Dies war die Kernaussage der Vertreter nach einem Treffen mit der für Telekomagenden zuständigen Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Dienstag.

In dem rund 1,5 Stunden dauernden Gespräch tauschten sich Köstinger und die Wissenschafter demnach über aktuelle Erkenntnisse im Hinblick auf "Mobilfunk und Gesundheit" aus. "Ich weiß, dass es in der Bevölkerung Bedenken gegen den Ausbau des 5G-Netzes gibt. Wir nehmen die diesbezüglichen Sorgen und Anliegen der Menschen sehr ernst. Gerade deshalb hat dieser unabhängige, wissenschaftliche Beirat eine besondere Rolle. Die Politik braucht in dieser Situation belastbare Fakten", sagte die Ministerin.

Bei der Bewertung flossen auch Ergebnisse aus drei Kohortenstudien sowie Auswertungen von Krebsregisterdaten über drei Jahrzehnte aus Schweden, Finnland und Australien ein. "In all diesen Studien konnte kein Anstieg der Hirntumorinzidenz trotz der enormen Zunahme der Nutzung von Mobilfunk nachgewiesen werden", berichtete Gerald Haidinger vom Zentrum für Public Health an der Medizinischen Universität Wien, für Sozial- und Präventivmedizin und Vorsitzender des WBF.

Norbert Vana, ehemaliger Vorsitzender des WBF und ehemaliger Professor für Dosimetrie und Technischen Strahlenschutz an der Technischen Universität (TU) Wien, beklagte allerdings, dass sich das Niveau der Studien verbessern sollte. "Stattdessen verzeichnen wir zunehmend schlechtere Designs. Dies gilt insbesondere auch für die vorliegenden Tierstudien, die zu 80 Prozent von gravierenden Qualitätsmängeln betroffen sind". Das bedeute, dass viele Studien, welche in der öffentlichen Diskussion herangezogen werden, "für eine wissenschaftliche Beurteilung wertlos sind".

(APA/Red.)