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Kardinal Marx gibt Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz ab

Kardinal Marx will sich vermehrt wieder der eigenen Diözese widmen.
Kardinal Marx will sich vermehrt wieder der eigenen Diözese widmen.APA/AFP/DANIEL ROLAND
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Der Münchner Kardinal gab seinen Rückzug in einem Brief an. Als Grund nennt er sein Alter, die jüngere Generation solle an die Reihe kommen.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx (66) zieht sich vom Vorsitz der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz zurück. Er stehe für eine eventuelle zweite Amtszeit nicht zur Verfügung, schrieb Marx in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an die Bischofskonferenz. Marx begründete dies mit seinem Alter - am Ende der nächsten Amtszeit wäre er 72 Jahre alt. Freilich müssen Bischöfe erst bei Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren dem Papst gemäß dem Kirchenrecht ihren Amtsverzicht anbieten. Dieser belässt die Leiter wichtiger Diözesen jedoch oft weiter im Amt.

Die Deutsche Bischofskonferenz trifft sich vom 2. bis zum 5. März in Mainz zu ihrer Frühjahrsvollversammlung. Ein Programmpunkt ist die turnusmäßige Wahl des Vorsitzenden. "Ich finde, es sollte die jüngere Generation an die Reihe kommen - und vielleicht ist es auch gut, wenn es häufiger einen Wechsel in dieser Aufgabe gibt", schrieb Marx in seinem Brief an die anderen Bischöfe.

Marx hatte in seiner bisherigen Amtszeit einige Anstrengungen zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der deutschen katholischen Kirche unternommen. Aktuell läuft dazu der sogenannte Synodale Weg. Konservative Bischöfe kritisieren diesen allerdings offen, namhaftester Kritiker ist der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki.

„Wieder stärker in München und Freising präsent sein"

Sein Entschluss, nicht wieder zu kandidieren, stehe schon seit längerer Zeit fest, so Marx. "Selbstverständlich werde ich auch weiterhin aktiv in der Bischofskonferenz mitarbeiten und mich besonders engagieren für den Synodalen Weg, der aus meiner Sicht gut gestartet ist." Zugleich wolle er jetzt auch wieder stärker in der Erzdiözese München und Freising präsent sein, wo ein "umfassender Strategieprozess" gestartet werden soll.

Die Deutsche Bischofskonferenz ist der Zusammenschluss der römisch-katholischen Bischöfe in Deutschland. Sie leiten als Ortsbischöfe eine der deutschen 27 Diözesen oder helfen als Weihbischöfe. Ebenfalls zur Konferenz gehören - auch wenn sie nicht Bischöfe sind - Diözesanadministratoren, die eine Diözese nach Rücktritt oder Tod eines Ortsbischofs übergangsweise verwalten.

(APA/AFP)