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Musikwirtschaft

Streaming wächst weiter

Rund 7,8 Milliarden Songs wurden 2019 in Österreich auf Plattformen wie Spotify gestreamt.
Rund 7,8 Milliarden Songs wurden 2019 in Österreich auf Plattformen wie Spotify gestreamt.REUTERS
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Während immer weniger CDs gekauft werden, rettet Streaming den heimischen Musikmarkt.

Die Plattenbosse schauen zufrieden aus: Der heimische Musikmarkt ist 2019 wieder gewachsen. Der Abwärtstrend, der der Branche seit 1997 zu schaffen machte und 2016 zu einem Tiefpunkt bei den Musikumsätzen führte, scheint nachhaltig umgekehrt zu sein: 166 Millionen Euro wurden im Vorjahr in Österreich mit Musik erwirtschaftet, 8,3 Prozent mehr als im Jahr davor. Das gab der Verband der österreichischen Musikwirtschaft IFPI am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit den Chefs der Plattenfirmen Sony, Universal und Warner bekannt.

Das Plus geht auf ein boomendes Segment zurück: Während die Umsätze durch physische Tonträger (etwa CDs) zurückgehen, wuchs der Streamingsektor zuletzt um über 33 Prozent auf 68,9 Millionen Euro. Rund 7,8 Milliarden Songs wurden 2019 in Österreich auf Plattformen wie Spotify gestreamt, das sind etwa 1000 Songs pro Kopf – oder 50 Stunden Musik. Da sei noch Luft nach oben, meinte Universal-Music-Austria-Chef Cornelius Ballin mit Blick etwa auf skandinavische Länder, wo Musikstreaming den Markt schon früher durchdrungen hat.

Die Download-Umsätze sind indessen auf 8,6 Millionen Euro geschrumpft (Ballin nennt es eine „Brückentechnologie“, die nicht ganz verschwinden wolle), das Vinylgeschäft bleibt mit 7,8 Millionen stabil – und die CD, wenngleich nach dem Streaming der zweitwichtigste Umsatzfaktor, bringt immer weniger ein (39,4 Millionen). Wobei die Liebhaber mancher Genres, etwa des Schlagers, noch immer physische Tonträger bevorzugen. Sie prägen auch die Albumcharts: Von den zehn meistverkauften Alben des letzten Jahrzehnts sind vier von Helene Fischer. Verkaufshit des Jahres 2019 war indessen Rammsteins ebenso betiteltes Album. (kanu)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2020)