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Griechenland: Athen will angeblich doch Inseln verkaufen

Griechenland Athen will angeblich
(c) AP (Aris Messinis)
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Nur 227 der 6000 griechischen Inseln sind bewohnt. Interesse haben vor allem Russen und Chinesen. Neben dem Verkauf sollen auch Modelle zur Langzeitmiete in Vorbereitung sein.

Athen/Wien (cim). Als Deutschland Griechenland vor ein paar Monaten vorschlug, doch ein paar Inseln oder historische Bauten zu verkaufen, um die Schulden in den Griff zu bekommen, war die Empörung an der Ägäis riesig. Kein Wunder, prangte doch hämisch „Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen... und die Akropolis gleich mit!“ auf der „Bild“-Zeitung.

Nun könnte es aber ernst werden. Wie der britische „Guardian“ berichtet, soll Griechenland doch erwägen, zumindest Teile seiner Inseln zu verkaufen. Schließlich gibt es 6000 griechische Inseln, nur 227 davon sind bewohnt. Griechenland bereite nun den Verkauf einiger Inseln vor, auch Modelle zur Langzeitmiete seien in Vorbereitung, so der Bericht.

Aber auch Teile der Touristen-Insel Mykonos sollen bald zum Verkauf stehen. Ein Areal, das zu einem Drittel dem Staat gehört, werde bereits angeboten. Die Regierung hoffe auf einen reichen Investor, der dort einen riesigen Luxushotel-Komplex aus dem Boden stampft, schreibt der „Guardian“ unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle. Schließlich sei es nicht das einzige Ziel Athens, Geld für die leeren Staatskassen zu bekommen, sondern man hoffe auch auf den Ausbau der Infrastruktur auf den Inseln. Investoren aus China oder Russland – unter ihnen Gerüchten zufolge auch Milliardär Roman Abramovich – sollen sich bereits um Grundstücke auf der Insel Rhodos anstellen, um dort Ferienresorts für ihre Landsleute zu bauen.

Auf der Website www.privateislandsonline.com könnten erholungsbedürftige Millionäre bereits fündig werden. Aber man muss nicht Abramovich heißen, um künftig eine eigene Insel zu besitzen. Das billigste Eiland in der Ägäis kostet laut der Website 1,5 Mio. Euro, ist gut 10.000 Quadratmeter groß, und der künftige Besitzer darf auf der Insel bauen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.06.2010)