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Abendbriefing

Der Papst entscheidet (nicht) und die Justizministerin rudert zurück: Der Mittwoch im Rückblick

Wir lassen den Tag Revue passieren, geben Tipps für den Abend und blicken auf morgen.

"Streiken würd' ich liken": Beschäftigte aus dem privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich haben heute vor dem Sozialministerium in Wien mit einem Warnstreik ihrer Forderung nach einer 35-Stunden-Woche Nachdruck verliehen (mehr dazu). Was Experten zu einer Arbeitszeitverkürzung sagen und wie viel die Österreicher im internationalen Vergleich arbeiten, hat Julia Wenzel recherchiert (mehr dazu [premium])

Was meinen Sie? Sind Streiks im Pflegebereich gerechtfertigt? Was muss die Gesellschaft hier leisten? Und: Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Thema Pflege gemacht? Diskutieren Sie mit!

Was Sie heute noch wissen sollten

Zölibat bleibt. Das postsynodale Schreiben von Papst Franziskus mit den Schlussfolgerungen aus der Amazonas-Synode enthält keine Lockerung in Sachen Priesterzölibat in entlegenen Amazonas-Gebieten. Dafür will der Papst die Präsenz von Laien-Gemeindeleitern fördern. Mehr dazu

Asylanträge gingen zurück. Die Zahl der Asylanträge in Österreich ist 2019 weiter gesunken, allerdings in einem deutlich geringeren Ausmaß als 2018. Zuletzt zeichnete sich aber eine Trendumkehr ab:  Der Dezember war der antragsstärkste Monat des Vorjahres und im Jänner diesen Jahres wurden über 1500 Anträge gestellt, eine Steigerung von 48 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2019. Mehr dazu

Kommt Eurofighter-Anklage? Nach der Ankündigung vom Dienstag, dass es „sehr bald" zu einer Eurofighter-Anklage kommen werde, rudert Justizministerin Alma Zadić (Grüne) nun zurück. Sie wolle und werde nicht vorgreifen, in welcher Form der Fall zum Abschluss kommen werde. Mehr dazu

China sucht Schuldige. Chinas Kommunistische Partei hat in der Coronavirus-Hochburg Hubei den Parteisekretär und den Direktor der Gesundheitskommission abgesetzt. Xi Jinping schickte einen engen Vertrauten nach Wuhan, der bei der Eindämmung der Lungenkrankheit helfen und die Öffentlichkeit besänftigen soll. Mehr dazu [premium]

Welches Magazin-Stück Sie noch lesen könnten

Instagram-Sucht. In ihrem ersten Buch „Unfollow“ hinterfragt Nena Schink den „Instagram-Wahnsinn“. Im Gespräch mit Barbara Schechntner erzählt sie, wie die Nutzung der Plattform ihre Psyche beeinflusste, dass sie reale Begegnungen mit Instagram-Stars schockierten – und warum sie Instagram dennoch nicht ganz den Rücken kehrt. Mehr dazu [premium]

Zitat des Tages

"Dieser Sieg hier ist der Anfang vom Ende für Donald Trump."

Bernie Sanders jubelt über den Sieg bei den Präsidentschaftsvorwahl der US-Demokraten in New Hampshire.

Worüber heute disktutiert wird

Stimme des Papstes. Mit seinem postsynodalen Schreiben (siehe oben) hat der Papst entschieden, nicht zu entscheiden. Franziskus hält damit Wort – und enttäuscht, meint der Theologe Jan-Heiner Tück in seinem Gastkommentar (mehr dazu). Dietmar Neuwirth wiederum kritisiert, dass sich der Papst nicht zu jenem Mut durchringen könne, den er von anderen fordert (mehr dazu).

Tipp für Abend

Schmerzensmänner und „Dirnen“. Eine mit hochrangigen Beispielen ausgestattete Ausstellung in der Albertina beleuchtet die Frühzeit der Radierung, der emotionalsten der Drucktechniken. Sehr empfehlenswert, meint Almuth Spiegler. Mehr dazu [premium]

„Die frühe Radierung. Von Dürer bis Bruegel“, bis 10. Mai, tägl. 10–18 h, Mi. und Fr. bis 21 h.

Was morgen passiert

ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz wird am Donnerstag eine „Dringliche Anfrage“ der SPÖ im Bundesrat zum Thema Jusitz beantworten. Unter anderem wollen die Sozialdemokraten wissen, ob Kurz tatsächlich bei einem Hintergrundgespräch gesagt hat, dass es rote Netzwerke in der Justiz gebe.

Der Prozess von Datenschutzaktivist Max Schrems gegen Facebook am Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien wird fortgesetzt. Schrems sieht darin eine einmalige Gelegenheit, dass eine Vertreterin von Facebook unter Wahrheitspflicht Stellung beziehen müsse. Aufklärung erhofft er sich vor allem darüber, wer genau bei Facebook für die Verwendung der Daten verantwortlich ist.

Bild des Tages

Imago

Im Kampf gegen das Coronavirus wurde das Wuhan Sports Center vorübergehend in ein Krankenhaus umgebaut.

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