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Ausstellung

Der Gugginger Weltschmerz-Star

Oswald Tschirtner beim Bemalen der Südfassade des Hauses der Künstler in Gugging(1983)
Oswald Tschirtner beim Bemalen der Südfassade des Hauses der Künstler in Gugging (1983)Johann Feilacher
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Oswald Tschirtner ist einer der drei Gugginger Stars. Diese Retrospektive macht ohne Pathos klar, warum er dazu wurde.

Rasch versteht man in dieser bisher größten Retrospektive zum Werk Oswald Tschirtners, der heuer seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, warum er auf zeitgenössische Künstler so großen Eindruck machte – von den Einstürzenden Neubauten, die ein Album nach ihm benannten, über Arnulf Rainer, der seine Arbeiten sammelte, bis zu David Bowie, der, seinen Arm um Tschirtners Schultern legend, für ein Foto posierte. Ungemein stark sind sie, diese gern mit „O. T.“ – worunter man eigentlich „Ohne Titel“ verstehen würde – signierten Zeichnungen: die „Vier Tanzpaare“ etwa, in der acht undefinierte Menschengestalten berührungslos nebeneinander aufragen. Ähnlich zwei nahezu idente Kopffüßer, die sich auf leerem Blatt eher zufällig begegnet zu sein scheinen – „Adam und Eva“. Oder: „Kain und Abel“. Wenig Unterschied.