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MWC

Coronavirus: Mobilfunkmesse in Barcelona abgesagt

Arbeiter am Mittwoch beim MWC-Gelände in BarcelonaAPA/AFP/LLUIS GENE
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Der für 24. bis 27. Februar geplante Mobile World Congress in Barcelona findet heuer wegen der Gefahr durch das Coronavirus nicht statt.

Die weltweit wichtigste Mobilfunk-Messe "Mobile World Congress" (MWC) in Barcelona wird heuer wegen der Gefahr durch das Coronavirus abgesagt. Das teilten die Veranstalter am Mittwochabend mit. Zuvor hatten viele große Aussteller angekündigt, dem für 24. bis 27. Februar geplant gewesenen Branchentreff fernzubleiben.

Der Kongress lockt jedes Jahr mehr als 100.000 Besucher in die Stadt und bringt Barcelona rund 470 Millionen Euro ein. Auch für die heimische Telekom zählte die wirtschaftliche Bedeutung des MWC zuletzt mehr als der mediale Rummel rund um die Smartphone-Messe. Dennoch hatte der teilstaatliche Konzern am Mittwoch schon vor der endgültigen Absage sein Fernbleiben angekündigt. Üblicherweise schickt er „Dutzende Mitarbeiter“ nach Barcelona, um dort mit Geräteherstellern zu sprechen und Lieferverträge zu verhandeln. „Heuer ist ein Großteil unserer Geschäftspartner einfach nicht da“, sagte A1-Chef Thomas Arnoldner zur „Presse“. „Also können wir das auch bei bilateralen Treffen woanders auf der Welt erledigen.“

Smartphone-Produktion sinkt

Von den großen Namen war zuletzt eigentlich nur noch der chinesische Huawei-Konzern an Bord. Das Unternehmen wollte 2000 Mitarbeiter nach Barcelona entsenden. Den Stein ins Rollen gebracht hatte LG als das erste Unternehmen, das seine Teilnahme absagte. Es folgten Kaliber wie Sony, Nokia, Ericsson, Amazon und Facebook. Das drängte die Veranstalter zur endgültigen Entscheidung.

Die Mobilfunkbranche ist von den Auswirkungen des Coronavirus so stark getroffen wie kaum eine andere Industrie. Alle großen Hersteller wie Apple, Samsung und Huawei haben relevante Teile ihrer Lieferkette in China angesiedelt. In vielen Fabriken sind die Auswirkungen des Virus voll zu spüren. Die Produktion lahmt, es werden weniger Smartphones erzeugt als geplant. Die Telekom Austria will davon noch nichts bemerkt haben. Bisher seien alle bestellten Geräte auch friktionsfrei geliefert worden, heißt es. Aber das könnte sich bald ändern. Denn ein Ende der Epidemie ist noch nicht in Sicht. Glaubt man den Zahlen von TrendForce, wird die globale Smartphone-Produktion heuer um zwölf Prozent auf 275 Millionen Geräte sinken. Es wäre der niedrigste Wert seit fünf Jahren.

(Red.)