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Kinderbuch der Woche: Wenn schon Fantasie, dann richtig

(c) Sauerländer
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„Die Presse" liest Neuerscheinungen. Diese Woche drei kleine Tiere, die zwischendurch mal kurz zum Tiger werden.

Seit dem kleinen Ich-bin-ich mögen wir Tiere mit Identitätsproblemen, das Motiv kehrt ja immer wieder. Häufig liegen Verwechslungen auf der Hand, wie etwa bei Krokodil und Drache oder Ente und Huhn. In "Wir sind Tiger" allerdings ist es die pure Lust am sich Ausprobieren, vielleicht einer nachmittäglichen Langeweile geschuldet, die die Freunde Mo, Max und Wendelin zu dem Schluss bringt: "Wir sind eigentlich Tiger. Alle drei. Innen drin. Nicht in echt, aber trotzdem irgendwie echt."

An sich handelt es sich bei den dreien um Erdmännchen, Maus und eine Gazelle, etwas seltsam geformt vielleicht, aber doch erkennbar. Nun verwandelt sie sich also, mit Schlamm und schauspielerischer Leistung, und schon bald kommt - natürlich - der Tiger. Was dem heiteren Treiben keinen Abbruch tut, denn wenn schon Fantasie, dann richtig. Der niederländische Schriftsteller Edward van de Vendel hat gemeinsam mit  Dieter und Ingrid Schubert ein frech-fröhliches Kinderbuch mit wenig Worten geschaffen, das unweigerlich gute Laune macht.

Edward van de Vendel, Dieter Schubert und Ingrid Schubert: "Wir sind Tiger". 32 Seiten, 14,99 Euro, erschienen bei Fischer Sauerländer. Alter: Ab vier Jahren.

(c) Sauerländer