Die EU-Kommissionschefin musste sich, was ungewöhnlich ist, einem U-Ausschuss stellen.
Berlin. Ursula von der Leyen sitzt an diesem Donnerstagnachmittag nicht im Berlaymont-Gebäude zu Brüssel, sondern im Anhörungssaal 3.101 im dritten Stock des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses. Sie parliert auch nicht mit Staats- und Regierungschefs, sondern wird von deutschen Abgeordneten vernommen, während hinter der Glasfassade die Spree vorbeifließt. „Schön, Sie wieder hier in Berlin zu sehen“, sagt ein Parteifreund während der Sitzung. Wobei die Freude nur auf seiner Seite war.
Denn die EU-Kommissionschefin von der Leyen holt an diesem Donnerstag ein unangenehmer Abschnitt ihrer Vergangenheit ein. Sie ist die letzte Zeugin in einem rund einjährigen U-Ausschuss zur Berateraffäre, die sich in von der Leyens Amtszeit als Verteidigungsministerin (2013 bis 2019) zugetragen haben soll. Im Kern kreist der U-Ausschuss um Vergabeverstöße, um externe Beraterverträge und auch um die damalige Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder, die von der Leyen 2014 von der Unternehmensberatung McKinsey abgeworben hatte.