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Forschungsfrage

Frieren Kinder wirklich weniger als Erwachsene?

(c) imago images/Westend61 (Petra Silie via www.imago-images)
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Kleine Körper produzieren mehr Wärme, aber geben durch die verhältnismäßig größere Oberfläche auch mehr Wärme ab.

Eltern und Großeltern sorgen sich im Winter oft, dass die Kinder draußen nicht warm genug angezogen sind. Ist Kindern weniger kalt als Erwachsenen, oder merken sie nicht, wenn sie frieren? Die Psychologin Stefanie Höhl von der Uni Wien erklärt, warum den Kleinen nicht so schnell kalt ist: „Gerade im Vorschulalter bewegen sich Kinder viel mehr als Erwachsene: Wenn ein Kind rennt, klettert oder rutscht, produziert es mehr Wärme als der Vater oder die Mutter, die daneben stehen oder sitzen.“ Dicke Handschuhe und drei Jackenschichten können die Kleinen bei der Bewegung stören.

„Außerdem nimmt die Autonomie-Entwicklung im Vorschulalter zu, sodass es oft zu Konflikten kommt, wenn das Kind nicht will, dass die Eltern alles über seinen Kopf hinweg entscheiden. Das Verweigern von warmer Kleidung kann eine Trotzreaktion sein“, erzählt Höhl.
Empirische Studien darüber, ab wann Kinder frieren, gibt es bisher keine: „Wohl auch, weil das Kälte- und Wärmeempfinden sehr subjektiv und mit Kindern schwer objektiv zu testen ist. Was kleinen Kindern zudem noch fehlt, ist das Weiterdenken und In-die-Zukunft-Schauen. Sie müssen das erst lernen, wenn Eltern vorausblickend warnen: Zieh dich warm an, sonst wirst du später krank“, so Höhl.