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Almas wacklige Welt

Familienfeier und Fahrt nach Kasachstan: Valerie Fritsch beschreibt in ihrem Roman „Herzklappen von Johnson & Johnson“ die Reise von Alma mit ihrem Sohn Emil in die fast menschenleere Weite des Ostens.

Valerie Fritsch braucht sich um ihr Image nicht groß zu sorgen, denn sie hat schon eines. Sprachliche Opulenz und ein Hang zum Morbiden zeichnen, nicht unbedingt altersgerecht, ihr Schreiben aus. Dabei kam das flächendeckende Weltuntergangsszenario, entworfen in ihrem erstem und überaus erfolgreichen Suhrkamp-Buch „Winters Garten“ (2015), nicht von ungefähr. Weitgehend unbemerkt ist bis heute der eigentliche Debütroman von Fritsch, das 2011 im Leykam-Verlag erschienene Buch „Die VerkörperungEN“ geblieben. Auch schon dort zeigte sich die Autorin von jener Seite, die man an ihr kennt: als eine Expertin für eine Ästhetik des Zerfalls.