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Fußball

Manchester City aus Europacup ausgeschlossen

Zagreb, 11/12/2019 - Stadion Maksimir, UEFA CHAMPIONS LEAGUE - 2019/20 SEASON, Group C - GNK Dinamo (dark blue) - Manch
Für zwei Saisonen keine Champions League? City-Coach Pep Guardiola kann gar nicht mehr hinschauen.(c) imago images/Grubisic
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Manchester City wird wegen Verstößen gegen das Financial-Fair-Play von der Uefa für zwei Jahre aus der Champions League verbannt.

Eine Strafe hatte man erwartet, das Urteil der Fußball-Union Uefa fiel aber härter als gedacht aus: Englands Fußball-Meister Manchester City ist Freitagabend wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay für die kommenden zwei Spielzeiten aus dem Europacup ausgeschlossen worden. Der Club von Startrainer Josep Guardiola muss zudem eine Geldstrafe in der Höhe von 30 Millionen Euro zahlen. Freilich: Die „Citizens“ werden das Urteil so nicht hinnehmen. Sie kündigten sofort an, Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof einzulegen.

Der Club habe „schwerwiegende Verstöße“ gegen die Regularien begangen, schrieb die Uefa, die das Urteil der verbandseigenen Finanzkontrollkammer veröffentlichte. Der Tabellenzweite der Premier League habe zwischen 2012 und 2016 Sponsoreneinnahmen überbewertet und so falsche Informationen übermittelt. Der Verein reagierte in einer Stellungnahme „enttäuscht, aber nicht überrascht“. Der Fall sei von der Uefa initiiert, von ihr juristisch verfolgt und von ihr auch beurteilt worden, kritisierte ManCity. Es sei ein „vorverurteilender Prozess“.

Berichte über mögliche Verstöße gegen die Finanzregularien gibt es seit geraumer Zeit, verdichtet hatte sich dieser Verdacht durch die Enthüllungen der Plattform Football Leaks. Interne Emails und Dokumente legten demnach nahe, wie ManCity systematisch betrogen haben könnte. Gelder, die als Einnahmen durch Sponsoren aus Abu Dhabi – darunter Etihad Airways – deklariert wurden, sollen in Wirklichkeit von Scheich Mansour gezahlt worden sein. Mansour bin Zayed Al Nahyan ist Haupteigner des Vereins.

Was ist das Financial Fair-Play?

Im Grundsatz soll das Financial Fairplay solche Tricks im laufenden Fußballgeschäft vermeiden. Die Vereine, die in den Europacup-Bewerben starten, dürfen schlichtweg nicht mehr ausgeben, als sie einnehmen. Wird die Gewinnschwelle nicht erreicht, dürfen Geldgeber nur bis zu einem begrenzten Punkt aushelfen. Auch Frankreichs aus Katar mit Hunderten Millionen unterstützter Serienmeister Paris Saint-Germain wird immer wieder beobachtet.

Bereits 2014 waren beide Clubs zu deutlichen Geldstrafen verurteilt worden und durften zudem für eine Saison nur 21 statt wie üblich 25 Spieler für die Champions League melden. Um einen „Königsklassen“-Bann kamen aber sowohl Paris als auch Manchester da noch herum. Wie das gelang, darüber ranken sich viele Mythen. Bis hin zur Intervention von Fifa-Funktionären wird gemauschelt.
Die Uefa wurde nach der vermeintlich schwachen Umsetzung und Kontrolle der eigenen Regeln von vielen Klubs und Medien stark kritisiert. ManCity ist – sollte der CAS das Urteil als höchste Instanz des Sportrechts bestätigen – das erste Schwergewicht im europäischen Fußball, das für die Champions League gesperrt wird. Der frühere italienische Meister AC Milan hatte im vergangenen Jahr einen Bann für die laufende Saison der Europa League kassiert.

In der laufenden Champions-League-Saison spielt das Guardiola-Team im Achtelfinale noch gegen Real Madrid. In der englischen Meisterschaft sind die „Citizens“ weit abgeschlagen hinter Liverpool Zweiter. Die Sperre betrifft jedenfalls vorerst die Saisonen 2020/21 und 2021/22. Jetzt sind zuerst einmal neutrale Richter am Ball.