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Großrazzia bei Amazon Österreich

Wirbel beim Amazon-Verteilzentrum in Großebersdorf. Die Finanzpolizei ermittelt nicht gegen den US-Konzern, sondern gegen seine Partner im Liefergeschäft.
Wirbel beim Amazon-Verteilzentrum in Großebersdorf. Die Finanzpolizei ermittelt nicht gegen den US-Konzern, sondern gegen seine Partner im Liefergeschäft.Matthias Auer / Presse
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Im April eröffnet Amazon sein neues Paketzentrum in Wien. Mitten in die Vorbereitung platzt die Finanzpolizei: Sie vermutet „gewerbsmäßige Schwarzarbeit“ bei Amazon-Lieferpartnern.

Wien. Wenn heute Ihr Amazon-Paket ein wenig später ankommt, zeigen Sie Nachsicht mit dem Onlinekonzern. Der Dienstag war ein wenig ungewöhnlich für das Unternehmen in Österreich. Was mit einer Werksführung für die „Presse“ beim Amazon-Paketzentrum in Großebersdorf begonnen hat, endete in einer Großrazzia der heimischen Finanzpolizei beim amerikanischen Onlinehändler.

Eben noch erklärt der Standort-Leiter Peter Klein die Feinheiten der Lagerhalle und des Amazon-eigenen Logistiksystems. Er zeigt, wie die vielen weißen Lieferwagen der Partnerfirmen in präzise geplanten Wellen aufs Gelände gelassen werden, damit sie sich ihren Teil der 50.000 Pakete abholen, die von Amazon jeden Tag in Wien ausgeliefert werden – da klopfen plötzlich 63 Mann der Finanzpolizei an der Türe. Ein paar hektische Minuten später steht das perfekt aufeinander abgestimmte Räderwerk still.