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Mehr als 100 Millionen Euro sind in dubiose Kanäle geflossen. Aber wohin?
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Flugzeugkauf

Eurofighter: Die Spur des Geldes

„Politische Zahlungen“ hat Airbus in Zusammenhang mit der Beschaffung der Eurofighter eingestanden. Es geht um Lobbying, um die „aggressive Zahlung von Erfolgsprämien“, um vorgebliche Gegengeschäfte und um dubiose Briefkastenfirmen.

Airbus hat der Justiz die Namen von 14 Empfängern jener „politischen Zahlungen“ genannt, die der Konzern in seinem Vergleich mit der US-Justiz eingestanden hat. Österreich will aber mehr: Die Information, wo das Geld letztendlich gelandet ist. Und was der Zweck der Zahlungen war. Mehr als 100 Millionen Euro sind in dubiose Kanäle geflossen, so viel weiß man. Was war der Weg des Geldes? Eine Spurensuche.

Im Frühjahr 2006 treffen sich zwei alte Bekannte im Cafe Mozart in Wien: Erika Rumpold, gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann Gernot Chefin der FPÖ-nahen Werbeagentur 100 Prozent Communications und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger, BZÖ-Funktionärin. Man tauscht sich über gemeinsame Bekannte aus, Rumpold erzählt, wie sie die Anbaggerversuche eines prominenten FPÖ-Funktionärs abwehrte („Oida gehts noch? Erstens könnte ich deine Mutter sein und zweitens will ich bei dir nicht anstreifen“). Was Rumpold nicht weiß: Kaufmann-Bruckberger hat eine Mission. Sie will herausfinden, ob beim Ankauf der Eurofighter Schmiergelder gezahlt wurden. Und: Sie kommt verkabelt zum Treffen mit der Freundin.

Eurofighter in Zahlen

24 Eurofighter wollte Österreich ursprünglich kaufen. Die Kosten wurden 2002 mit 1,791
Mrd. Euro beziffert.

18 Eurofighter sollten nach dem Hochwasser 2002 nur noch bestellt werden.

15 Stück waren es dann schlussendlich nach einem Vergleich mit der Eurofighter GmbH.

Der Hintergrund ist etwas dubios. Kaufmann-Bruckberger ist in Kontakt mit einem Privatdetektiv Namens Chaim Sharvit, angeblich ein ehemaliger Mossad-Agent. In welchem Auftrag er arbeitet, ist bis heute nicht bekannt. Möglicherweise für eine politische Partei, die Material für den anlaufenden Nationalratswahlkampf sammelt. Sonderlich professionell läuft das Ganze aber nicht ab, denn Kaufmann-Bruckberger bindet sich das Mikrofon auf den Rücken. Die Folge: Vom Gespräch ist praktisch nichts zu verstehen. Erst Jahre später gelingt es dem Heeres-Abwehramt, einigermaßen brauchbare Gesprächsfetzen herauszufiltern.