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Gesundheit

Österreichs Strategie gegen das Coronavirus

Innenminister Karl Nehammer (2.v.r.), Generaldirektor f.öffentl. Sicherheit Franz Lang (2.v.l.) am Sonntag bei einer Information zu den Massnahmen gegen Coronavirus.
Innenminister Karl Nehammer (2.v.r.), Generaldirektor f.öffentl. Sicherheit Franz Lang (2.v.l.) am Sonntag bei einer Information zu den Massnahmen gegen Coronavirus.(c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)
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Die steigende Zahl an Corona-Fällen in Italien sei „kein Grund zur Panik“, sagen Innen- und Gesundheitsminister. Über Gesundheitskontrollen an der Grenze wird dennoch nachgedacht.

Wien. Das Coronavirus kommt näher an Österreich heran. Das Nachbarland Italien hat mit dem schlimmsten Ausbruch innerhalb Europas zu kämpfen. In den bisher betroffenen norditalienischen Regionen Venetien, Lombardei und Piemont ist die Zahl der Infizierten von Samstag auf Sonntag von 59 auf rund 130 gestiegen, mindestens drei Menschen sind bisher gestorben. Die Behörden reagierten mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen: Einzelne Städte wurden abgeriegelt, Schulen, Universitäten, Museen sowie Bibliotheken geschlossen. Auch der berühmte Karneval in Venedig wurde abgesagt. Das Heer stellte Tausende Betten in Kasernen für die Isolierung von Verdachtsfällen zur Verfügung.

Das brachte auch die österreichischen Behörden in Alarmbereitschaft. Am Sonntagvormittag luden Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) zwar fast zeitgleich, aber an unterschiedlichen Orten zu einer spontanen Pressekonferenz. Sowohl im Einsatz- und Koordinierungscenter im Innenministerium als auch in Kärnten war die Nachricht dieselbe: Man nehme die Lage „sehr ernst“. Es gebe dennoch „keinen Grund zur Panik“. Am Abend wurde dann am Brenner der Personenzugverkehr von Italien nach Österreich für mehrere Stunden eingestellt, nachdem Verdachtsfälle in einem Zug gemeldet worden waren. 

1. Wie ist die derzeitige Situation in Österreich zu beurteilen?

Bisher hat es in Österreich 181 Corona-Verdachtsfälle gegeben. Davon hat sich aber keiner bestätigt. Das könnte sich angesichts der Lage in Italien aber rasch ändern. Dort gebe es – anders als etwa in Bayern – eine „auffällige“ Fallzahl, wie es Nehammer formulierte. Die Situation entwickle sich „dynamisch“. Man sei aber „gut gerüstet“. Das sieht Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) genauso: „Österreich ist sicher eines der am besten vorbereiteten Länder der EU.“ Es gebe neben dem engen Kontakt zu den italienischen Behörden ein Early Warning and Response System der EU. Hier sei man rund um die Uhr vernetzt und können unmittelbar nach dem allfälligen Auftauchen des Verdachts einer Verbindung nach Österreich sofort Maßnahmen ergreifen. Heute, Montag, wird es mehrere Besprechungen zum weiteren Vorgehen geben. Am Vormittag lädt Minister Anschober die Gesundheitslandesräte zu sich. Zu Mittag tagt der Einsatzstab im Innenministerium.