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Coronavirus: Reisen nach Italien aktuell auf eigenes Risiko

REUTERS
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Kostenloses Storno einer Pauschalreise nach Italien ist nur möglich, wenn Urlaubsantritt und Gefahrensituation zeitlich eng beieinander liegen.

In Italien verbreitet sich das Coronavirus ungewöhnlich rasch und die Sorge um eine Ansteckung ist entsprechend groß. "Wer innerhalb der nächsten Tage nach Italien reisen möchte (Ausnahme: gesperrte Gebiete), kann dies auf eigenes Risiko tun", informierte der ÖAMTC am Montag. Im Zweifelsfall sollten Pauschaltouristen umgehend Kontakt mit dem Reiseveranstalter aufnehmen.

Wer ein Hotel in einem betroffenen Gebiet individuell gebucht hat, dieses aber wegen der Einreisesperren nicht erreichen kann, hat die Möglichkeit der kostenlosen Stornierung, betonte der ÖAMTC. Ist das Hotel allerdings erreichbar, aber man möchte aufgrund der aktuellen Situation nicht anreisen, dann bleibt der Individualreisende auf den Stornokosten sitzen.

"Ein kostenloses Storno einer Pauschalreise ist nur dann möglich, wenn der Urlaubsantritt und die Gefahrensituation zeitlich eng beieinander liegen", sagte Club-Juristin Verena Pronebner. "Liegt das Reiseziel nicht in der direkt betroffenen Krisenregion oder geht der Urlaub erst in einigen Wochen los, heißt es noch zuwarten und die Entwicklung beobachten."

Grundsätzlich hätten Pauschalreisende unabhängig von einer Reisewarnung des Außenministeriums das Recht, die Reise kostenfrei zu stornieren, wenn am Urlaubsort plötzlich Umstände auftreten, mit denen man nicht rechnen konnte, die sich nicht vermeiden ließen und welche die Durchführung der Reise oder die Beförderung an das Reiseziel erheblich beeinträchtigen. Es bestehe allerdings kein Anspruch auf eine zusätzliche Entschädigung.

Auf ein kostenloses Storno einer Italienreise rund um Ostern besteht daher noch kein Rechtsanspruch. Wer aber auf Nummer sicher gehen und nicht zuwarten will, sollte mit dem Reiseveranstalter oder Reisebüro Kontakt aufnehmen und die Möglichkeit einer Umbuchung besprechen. Individualreisende haben generell kein Recht auf kostenfreies Storno, außer das Hotel liegt unerreichbar im Sperrgebiet.

Wer im Urlaub vom Ausbruch des Coronavirus überrascht wird und seine Pauschalreise daher frühzeitig abbrechen muss, wendet sich am besten an seinen Reiseveranstalter. Dieser muss laut ÖAMTC den Rücktransport organisieren und bezahlen. Individualreisende sind hingegen auf sich allein gestellt.

 Service-Hotline des Außenministeriums: +43(0)501150-0 erreichbar, aktuelle Sicherheitshinweise zur Lage in Italien: www.oeamtc.at/laenderinfo)

AUA fliegt weiter Italien an

Die Ausbreitung des Coronavirus in Italien hat vorerst keine Auswirkungen auf den Flugplan der AUA. Wie ein Sprecher am Montag auf APA-Anfrage sagte, beobachte man die Lage und sei in Kontakt zu den Behörden. Auch sonst werden alle Flugverbindungen von und nach Italien in Wien-Schwechat planmäßig abgewickelt, sagte Flughafensprecher Peter Kleeemann.

Austrian Airlines folgt damit der Politik der Lufthansa-Mutter. AUA bedient diverse Destinationen in Italien, u.a. Mailand und Venedig. Gestrichen sind hingegen die AUA-Flüge von und nach China. Dies gilt zunächst bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März 2020 und betrifft Peking und Shanghai.

Die einzigen Direktflüge von China nach Wien werden laut Kleemann aktuell von der Air China abgewickelt, die dreimal pro Woche von Peking nach Wien fliegt. Die Passagiere werden dabei Körpertemperaturkontrollen unterzogen.

Täglich 20 ÖBB-Züge 

Nachdem am späten Sonntagabend ein Zug am Brenner angehalten worden ist, waren die Bahnverbindungen zwischen Italien und Österreich am Montag wieder frei befahrbar. Laut ÖBB gibt es täglich rund 20 Züge über den Brenner in Tirol und in Kärnten via Tarvis nach Italien. Dazu kommen tägliche Intercity-Busse nach Triest und Venedig.

Tickets von und nach Italien können bis einschließlich 26. Februar kostenfrei storniert werden, sagte ÖBB-Sprecherin Juliane Pamme am Montag der APA. "Es gibt aktuell keine Einschränkungen, weder im Personen-, noch im Güterverkehr." Die ÖBB seien "in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und anderen europäischen Eisenbahnunternehmen", betonte die Sprecherin. Auch hat die Bahn einen eigenen Einsatzstab bezüglich des Coronavirus eingerichtet. "Dadurch können wir auf Änderungen auch rasch reagieren", sagte Pamme. Die Daten von Bahn- und Busgästen werden nicht erfasst. Das gelte aber für sämtliche Eisenbahnbetriebe, berichtete die Bahn-Sprecherin.

Auch der Fernbus-Marktführer Flixbus bietet täglich rund 15 Verbindungen von Österreich nach Italien an. Derzeit gibt es bei FlixBus keine Einschränkungen im Fahrplan, hieß es seitens der Pressestelle am Montag. FlixBus beobachte die Situation rund um das Coronavirus mit größter Sorgfalt und stehe in engem Austausch mit den Behörden. "Derzeit werden von den Behörden keine gesonderten Maßnahmen empfohlen. Sollte sich dies ändern, so werden wir unmittelbar entsprechend den neuen Maßnahmen handeln", informierte das Unternehmen.

 

 

(APA)