Schönborn versucht, in Rom Wogen zu glätten

Treffen mit Papst Benedikt und Kardinaldekan Sodano.

Rom (ag.). Wiens Kardinal Christoph Schönborn dürfte in Rom schon angenehmere Gespräche geführt haben: Am Montag traf er – nachdem er von Papst Benedikt XVI. empfangen worden war – Kardinaldekan Angelo Sodano. Jenen Mann also, den er im April so scharf kritisiert hatte.

Schönborn hatte dem ehemaligen Kardinalstaatssekretär vorgeworfen, in den 1990er-Jahren Ermittlungen gegen den früheren Wiener Erzbischof Kardinal Hans Hermann Groër behindert zu haben. Dies hatte im Vatikan für schwere Irritationen gesorgt, denn direkte Kritik an einem – noch dazu so hochgestellten – Kollegen gilt unter Kardinälen als unüblich.

Laut einer vatikanischen Erklärung wurden bei dem Gespräch am Montag, an dem auch der amtierende Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone anwesend war, „Missverständnisse“ geklärt. Schönborn habe sein Bedauern wegen der verzerrten Interpretation ausgedrückt, die Medien von seinen Aussagen getätigt hätten.