ARNULF RAINER BESUCHT BAUSTELLE DES RAINER-MUSEUMS IN BADEN

War da nicht was? Das Rainer-Museum bleibt ohne Direktor

Über ein Jahr lang suchte man einen neuen Direktor für das Badener Museum - jetzt hat es Paul Gessl sein lassen.

Ich liebe To-Do-Listen, bei mir also Geschichten-Listen, nur werden sie praktisch nie kürzer, nur länger. Einen Punkt kann ich vorerst aber abhaken, seit Frühling vorigen Jahres steht er da - "Direktion Rainer-Museum Baden". Immer wieder fragte ich nach - ja, man suche noch, war meist die Auskunft von einem geduldigen Paul Gessl, Geschäftsführer der Nöku, der Niederösterreichischen Kultur GesmbH, die Anfang 2019 das Personal-Museum von der Stadt Baden übernommen hat.

Kurz davor war mit Rüdiger Andorfer der vorerst letzte Direktor des lauschigen Maler-Tempels im ehemaligen Badener Frauenbad gegangen, nach sechs Jahren. Die Suche, hörte man, wäre schwierig, weil Rainer und seine Familie nicht leicht zufrieden zu stellen wären, was man ihnen prinzipiell ja nicht verdenken kann beim eigenen Museum.

Jetzt scheint Gessl aufgegeben zu haben, so klingt das jedenfalls ein bisschen. Man habe die aktive Suche erst einmal eingestellt, sagte er bei einem Telefonat am Mittwoch. Gemeinsam mit Landesgalerie-Geschäftsführer Stefan Mitterer bleibe er kaufmännischer Leiter. Die künstlerische Letztverantwortung liege in Zukunft aber in Händen der Familie Rainer und des Kurators ihres Vertrauens, Helmut Friedel, ehemaligem Direktor des Frieder Burda Museums in Baden-Baden, der schon die letzten (und auch nächsten) Ausstellungen konzipiert hat.

Warum nicht. Nur eines könnte man für die zwei Wechselausstellungen pro Jahr wieder einmal monieren: Vielleicht ringt man sich endlich einmal durch, Rainers Werk auch in Korrespondenz mit einer Gastkünstlerin auszustellen. Der Künstlerinnen-Mangel ist doch etwas auffällig bereits (Quote seit Eröffnung vor elf Jahren ist zwei, mit der Ausstellung von Sarah Pichlkostner und Saskia Noor van Imhoff hat Andorfer sich damals verabschiedet). Nächste Ausstellung ab April: Rainer in Korrespondenz mit Emilio Vedova.