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Arbeiterkammer feiert ihren 100. Geburtstag

„Österreich braucht einen Gerechtigkeitsschub“, sagte AK-Präsidentin Renate Anderl am Mittwoch in einer Pressekonferenz.
„Österreich braucht einen Gerechtigkeitsschub“, sagte AK-Präsidentin Renate Anderl am Mittwoch in einer Pressekonferenz.APA/GEORG HOCHMUTH
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AK-Präsidentin Anderl will einen „Gerechtigkeitsschub“.

Wien. Österreich werde von den Menschen grundsätzlich als relativ gerechtes Land gesehen. Trotzdem gebe es Ungerechtigkeiten, vor allem beim Zugang zu leistbarem Wohnen, bei Einkommens- und Vermögensverteilung, dem Steuersystem, der Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit sowie bei der Klimawandel-Bewältigung. Das geht aus einer Ifes-Umfrage hervor, die die Arbeiterkammer anlässlich ihres 100. Geburtstags präsentierte. „Österreich braucht einen Gerechtigkeitsschub“, sagte AK-Präsidentin Renate Anderl am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

Am 26. Februar wurde das Gesetz zur Errichtung der Arbeiterkammern beschlossen. Zum Jahrestag ließ die AK 2000 Personen telefonisch und online zum Thema Gerechtigkeit befragen. 41 Prozent empfinden Österreich demnach grundsätzlich als gerecht, nur 15 Prozent als ungerecht. Der Zugang zu Zukunftstechnologien, öffentlichen Verkehrsmitteln, die Aufstiegsmöglichkeiten im Beruf und der Umgang mit Behinderten werden mehrheitlich als gerecht angesehen.

 

Die Wirtschaft gratuliert

46 Prozent der Befragten finden die Vermögensverteilung in Österreich ungerecht. 47 Prozent finden, dass die Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit nicht gerecht sei. Den Zugang zu leistbarem Wohnraum halten nur 13 Prozent für gerecht. AK-Präsidentin Renate Anderl leitete aus dieser Umfrage Handlungsbedarf ab – insbesondere forderte sie die Einführung von Vermögensteuern. „Hören wir auf, uns zu fürchten, diskutieren wir über konkrete Modelle zur Besteuerung großer Vermögen.“

Glückwünsche zum 100. Geburtstag kamen von der Wirtschaftskammer: Die Sozialpartnerschaft sei eine österreichische Erfolgsgeschichte, gemeinsam „haben wir schon viel Gutes für die Österreicherinnen und Österreicher auf den Weg gebracht“, so Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer per Aussendung. Und Generalsekretär Karlheinz Kopf lobte die „gute Gesprächsbasis“ mit der Arbeitnehmerseite. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.02.2020)