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Covid-19

Zwei bestätigte Coronavirus-Fälle in Niederösterreich, einer in Salzburg

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen in Österreich steigt weiter an.
Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen in Österreich steigt weiter an.APA/AFP/GETTY IMAGES/KENA BETANC
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Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen in Österreich steigt auf zehn: Neben einem betroffenen Ehepaar aus dem Bezirk Korneuburg wurde auch ein Fall in Salzburg bestätigt: Eine Wienerin, die sich in Italien angesteckt hat.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen in Österreich steigt weiter an. Nach zwei Fällen in Tirol, vier Betroffenen in Wien und einer infizierten Person in der Steiermark, sind nun auch zwei Fälle aus Niederösterreich sowie einer in Salzburg bekannt.

Erkrankt ist eine 36-jährige Wienerin, die sich am vergangenen Wochenende in Turin aufgehalten hat und am Mittwoch von Wien zu ihrem Lebensgefährten nach Fusch an der Glocknerstraße (Pinzgau) gefahren ist. Sie weist Symptome eines grippalen Infekts auf und befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne.

"Der Fall ist gut abgrenzbar, es gibt auch keinen touristischen Bezug in der Region", sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) am Samstagnachmittag bei einem Mediengespräch. Die Wienerin dürfte sich in Turin infiziert haben. In Wien selbst sei sie danach mit niemandem in Kontakt gewesen, so Landessanitätsdirektion Petra Juhasz. Am Mittwoch reiste sie dann mit einem Zug der Westbahn nach Salzburg, auch während der Fahrt habe es aber keine Gesprächskontakte gegeben. Die 36-Jährige, ihr Lebensgefährte und zwei weitere Familienmitglieder bleiben in Fusch in häuslicher Quarantäne. "Sie werden versorgt, sodass sie das Haus nicht verlassen müssen", sagte Juhasz.

Fälle in Niederösterreich in Behandlung

Zur den Fällen in Niederösterreich meldete sich Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) zu Wort: Ein Ehepaar aus dem Bezirk Korneuburg sei in der Nacht auf Samstag positiv getestet worden. Die Frau befindet sich nach Angaben von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) im Wiener Kaiser Franz-Josef-Spital. Der ebenfalls infizierte Mann zeige eine "milde Symptomatik". Er habe "einen Bescheid zur häuslichen Quarantäne bekommen und hält sich entsprechend des Erlasses des Gesundheitsministeriums zuhause im Bezirk Korneuburg auf". Die Kinder des Ehepaares seien gesund.

Die Familie soll mit jener Wiener Familie Kontakt gehabt haben, die bereits im Kaiser Franz-Josef-Spital behandelt wird - in diesem Fall liegen positive Tests bei einem Mann, einer Frau und dem Sohn des Paares vor. Letzterer hatte am Freitagnachmittag den ersten Coronavirus-Fall mit Niederösterreich-Bezug dargestellt. Er besucht das Erzbischöfliche Gymnasium in Hollabrunn. Vier Lehrkräfte sowie 23 Schülerinnen und Schüler der Geburtsjahrgänge 2003 bis 2005 befinden sich bis 11. März in häuslicher Quarantäne. In Summe bestätigten sich im Bundesland mehr als 200 Verdachtsfälle nicht.

Steirische Infizierte war in Risikogebiet

Zu dem Fall in der Steiermark wurden am Samstag indes neue Details bekanntgegeben: Bei der Betroffenen handelt es sich um eine 52-jährige Frau. Sie war aus einem Risikogebiet in Oberitalien zurückgekehrt. Die Frau befand sich am Samstag mit einer leichten Infektion im Krankenhaus.

Sie hatte sich laut Karlheinz Tscheliessnigg, Vorstand der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (Kages), mit dem Verdacht einer Infektion selbst in ein steirisches Spital begeben. Dort wurde sie am Eingang sofort in einen extra Raum für Verdachtsfälle gebracht, damit sie keine anderen Patienten anstecken kann, führte der Mediziner aus - und mahnte: Die Frau habe zwar keinen Fehler gemacht, weil sie direkt ins Krankenhaus ging, doch sollten Personen, die einen Verdacht haben, zuerst die Nummer des Gesundheitstelefons 1450 wählen.

Die Kontaktpersonen der Frau wurden verständigt und aufgefordert, zu Hause zu bleiben, sagte die steirische Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP). Dabei handelt es sich um ihre Angehörigen. Laut dem Mediziner Karlheinz Tscheliessnigg ist die Frau "psychisch und gesundheitlich gefasst" und befindet sich "in guter Umgebung, wo sie kontrolliert und monitoriert wird". "Alle notwendigen Vorbereitungen wurden getroffen, die Bevölkerung kann sich sicher fühlen", betonte die steirische Sozialreferentin Doris Kampus (SPÖ).

Ansteckung bei erstem Wiener Fall weiterhin unklar

Im Fall eines 72-Jährigen in Wien schwer erkrankten Corona-Patienten wird nach der Ansteckungsquelle weiter gesucht. Der Anwalt war vor der positiven Testung bereits zehn Tage im Spital wegen Grippe behandelt worden. Nach Auskunft eines Sprechers des Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ) war der Mann am Samstag weiterhin nicht ansprechbar.

"Wir haben damit gerechnet, dass es so kommen wird und wir zunehmend weitere Fälle erhalten", sagte Brigitte Zarfl, Ex-Gesundheitsministerin und Spitzenbeamtin im Gesundheitsministerium, bei einer Pressekonferenz von Mitgliedern des Einsatzstabes am Samstag in Wien. "Die Strukturen arbeiten sehr gut", betonte die Sektionsleiterin im Sozialministerium. Auch die Landessanitätsbehörden würden "sehr gut und sehr rasch arbeiten mit dem Identifizieren allfälliger Kontaktpersonen".

Ungeachtet erster bestätigter Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus im Bundesgebiet bleiben die Österreicher gelassen. Nur 15 Prozent sind wegen der aktuellen Situation "sehr besorgt", weitere 34 Prozent "eher besorgt". Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Unique Research" ergeben, die im Auftrag des Nachrichtenmagazins "profil" durchgeführt wurde (500 Befragte). Die Hälfte der Österreicher ist demnach mehr oder weniger unbeeindruckt. 37 Prozent sind "weniger besorgt", 13 Prozent "gar nicht besorgt".

Auf einen Blick

In Österreich sind bis Samstagvormittag zehn bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus aufgetreten. Das in Niederösterreich positiv getestete Ehepaar hatte Kontakt mit einer in Wien hospitalisierten Familie.

Der Patient 0 in diesem Fall - der Mann war in die Lombardei gereist - ist bekannt. Im Fall eines 72-Jährigen in Wien schwer erkrankten Corona-Patienten wird nach der Ansteckungsquelle weiter gesucht. Die Wiener Behörden seinen zuversichtlich, diese "Person 0" bald zu identifizieren, sagte Brigitte Zarfl, Ex-Gesundheitsministerin und Spitzenbeamtin im Gesundheitsministerium

Mit Stand Samstag, 8 Uhr wurden bundesweit bisher 1649 Testungen auf den Sars-CoV-2 Erreger durchgeführt.

(APA/Red.)