Nach dem freundlichen Wochenstart musste der ATX herbe Abschläge verbuchen. Europaweit zählten Finanztitel und Rohstoffwerte zu den größten Verlierern.
Die Wiener Börse hat die Sitzung am Dienstag bei durchschnittlichem Volumen mit klar tieferen Notierungen beendet. Der ATX rutschte 75,87 Punkte oder 3,18 Prozent auf 2313,64 Einheiten ab.
Nach dem freundlichen Wochenstart musste der ATX am Dienstag herbe Abschläge verbuchen. Der heimische Aktienmarkt konnte sich dabei dem sehr schwachen internationalen Umfeld nicht widersetzen. Vor allem wieder verstärkte Sorgen um eine mögliche Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums belasteten die Märkte.
Das Auslaufen des Ein-Jahres-Tenders der EZB am Donnerstag drückte zusätzlich auf die Stimmung, hieß es von Marktbeobachtern. Am Nachmittag ließen unter den Erwartungen ausgefallene Daten zum US-Verbrauchervertrauen die Indizes ihre Talfahrt noch einmal beschleunigen. "Die Unsicherheit an den Märkten wächst wieder. Auch der Euro geriet unter Druck", berichtete ein Händler.
Europaweit zählten Finanztitel und Rohstoffwerte zu den größten Verlierern. Die Abschläge in Wien zogen sich quer durch den Markt. Die Umsätze zogen gegenüber dem Vortag wieder an. Auch die heimischen Bankwerte mussten Federn lassen. So rutschten Erste Group um 5,00 Prozent auf 26,50 Euro ab und Raiffeisen International büßten 3,00 Prozent auf 32,78 Euro ein.
voestalpine mussten einen Abschlag von 4,45 Prozent auf 22,89 Euro hinnehmen. Der europäische Stahl-Sektor geriet wegen einer drohenden EU-Kartellstrafe zusätzlich unter Druck. In der EU-Kommission ist bestätigt worden, dass wegen eines verbotenen Kartells mit illegalen Preisabsprachen rund 40 Stahlfirmen aus mehreren europäischen Ländern Strafe zahlen müssten. Details wurden keine genannt, offiziell will die Behörde am Mittwoch die Namen der Firmen sowie die Höhe der Strafen nennen.
OMV verloren angesichts stark rückläufiger Rohölnotierungen 3,44 Prozent auf 24,58 Euro. Zu den größten Verlierern in Wien zählten auch Intercell mit minus 5,59 Prozent auf 15,98 Euro, sowie UNIQA mit einem Abschlag von 6,80 Prozent auf 14,25 Euro.
Wienerberger schlossen 5,80 Prozent tiefer bei 10,40 Euro. Das Unternehmen erwartet zwar ein relativ gutes Frühjahrs-Quartal, läuft aber den entgangenen Umsätzen der ersten Monate nach. "Wir haben keinen Rückenwind von den Märkten, wie wir das zu Jahresanfang erhofft haben", so der Vorstandsvorsitzende des Baustoffkonzerns.
(APA)