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Sars-CoV-2

Italien hat über 1100 Corona-Infizierte, erster Todesfall in den USA

Eine Touristin am Platz vor dem Mailänder Dom.
Eine Touristin am Platz vor dem Mailänder Dom.APA/AFP/MIGUEL MEDINA
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Dutzende Länder sind weltweit vom neuen Coronavirus betroffen. Ein Überblick über die aktuelle Situation in einigen der betroffenen Länder und Regionen.

Das neuartige Coronavirus breitet sich weltweit aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der Erreger Sars-Cov-2 inzwischen in mehr als 50 Ländern nachgewiesen. In den USA ist erstmals eine mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Person gestorben. Die Gesundheitsbehörde im US-Bundesstaat Washington bestätigte den Todesfall am Samstag.

Die Türkei hat alle Flüge von und nach Italien, Südkorea und Irak verboten. Das sei Teil der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Die Türkei hatte zuvor auch Flüge in den Iran und nach China verboten. Das Verbot für die drei weiteren Länder gilt ab Mitternacht in der Nacht auf Sonntag.

Ein kleiner Auszug der aktuellen Situation in einigen der betroffenen Länder und Regionen.

Italien. Mit über 1100 Infizierten bis Freitag verzeichnet das Land den größten Ausbruch von Sars-CoV-2 in Europa. 29 - großteils ältere - Menschen sind an der Erkrankung Covid-19 bereits gestorben - besonders im Norden. 52 Prozent der Infektionen wurden in der Lombardei, 20 Prozent in der norditalienischen Region Emilia Romagna und 18 Prozent in Venetien gemeldet.

Am Wochenende gab es erneut Spielabsagen in der Fußballliga Serie A. Die Regierung in Rom schob ein Bündel von Nothilfen für die betroffenen Gebiete an. Das Kabinett will den Bürgern die Möglichkeit geben, Zahlungen etwa an Versicherungen vorübergehend auszusetzen.

Deutschland. Im besonders vom neuartigen Coronavirus betroffenen Bundesland Nordrhein-Westfalen haben sich vier Kindergartenkinder infiziert. Für ganz Deutschland zählte das Robert Koch-Institut bis Samstagvormittag 66 nachgewiesene Infektionen, hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Betroffen sind auch die Bundesländer Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Hamburg und Schleswig-Holstein.

USA. In den Vereinigten Staaten ist erstmals eine mit dem neuartigen Virus infizierte Person gestorben. In den USA waren bis Freitag nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC bei 15 Menschen Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Weitere 47 Fälle gab es bei US-Staatsbürgern, die aus Japan oder China zurück in die Vereinigten Staaten gebracht wurden. Trump bemühte sich bisher, das Thema herunterzuspielen. Am Freitag sagte er, von den 15 in den USA erkrankten Personen gehe es vielen "sehr viel besser". Nur eine Frau sei "sehr krank". Er hoffe, dass sich auch ihr Zustand bessere. Unklar war zunächst, ob es sich bei dem ersten Todesopfer um diese Frau handelte.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus haben die USA außerdem davon abgeraten, in die betroffenen Regionen in Italien und in Südkorea zu reisen. Ausländer, die in den vergangenen 14 Tagen im Iran waren, dürften nun nicht mehr in die USA einreisen.

Schweiz. Wegen des Coronavirus hat das Alpenland vorerst bis mindestens Mitte März alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen untersagt. Dazu gehören unter anderem der Genfer Autosalon und die Basler Fasnacht. Bürogebäude mit mehr als 1.000 Personen werden aber nicht geschlossen. In der Schweiz waren bis Freitag 15 Menschen positiv auf das neue Virus getestet worden.

Skandindavien. Insgesamt blieb Nordeuropa bisher weitgehend verschont von Sars-CoV-2. Schweden bestätigte am Samstag die zwölfte Infektion. Darunter sind Patienten, die kürzlich den stark betroffenen Iran besucht hatten. Norwegen registrierte bisher sieben Fälle. Unter den drei Infektionen in Dänemark ist ein Krankenhausmitarbeiter aus Aarhus, der sich anscheinend während des Besuches einer Konferenz in München angesteckt hat. Finnland bestätigte bisher drei Fälle, darunter eine Italienreisende.

Spanien. Die Zahl der mit dem Virus SARS-CoV-2 infizierten Menschen kletterte auf 50. Nach Behördenangaben handelt es sich vorwiegend um importierte Fälle - die meisten hätten sich in Italien angesteckt. In dem seit Tagen auf Teneriffa unter Quarantäne gestellten Hotel saßen unterdessen nach amtlichen Angaben weiterhin knapp 600 Personen fest, darunter zahlreiche Urlaubsgäste aus Deutschland. Dort waren vier Italiener positiv auf das Virus getestet worden.

Frankreich. Gesundheitsminister Olivier Véran untersagte am Samstag Großveranstaltungen von mehr als 5000 Teilnehmern in dem Land. Bis Samstag hatten sich 73 Menschen mit dem Virus angesteckt. Nach Vérans Ansicht war damit eine neue Etappe der Epidemie überschritten. In Frankreich starben bisher zwei mit Sars-CoV-2 infizierte Menschen.

China. Im Ursprungsland des neuen Virus sind weitere 47 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Wie die Gesundheitskommission am Samstag mitteilte, stammen allein 45 der neuen Opfer aus der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo das Virus in der Millionenmetropole Wuhan ursprünglich ausgebrochen war. Nach offiziellen Angaben stieg die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen auf dem chinesischen Festland auf 79.251. Bisher wurden 2835 Tote in China bestätigt.

Südkorea. Die Gesundheitsbehörden meldeten im Verlauf des Samstags 813 neue Infektionen. Damit steckten sich bisher 3150 Menschen in dem Land mit dem Erreger von Covid-19 an. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht werden, kletterte auf 17. Besonders betroffen ist weiter die südöstliche Millionen-Stadt Daegu und die umliegende Region. Allein 476 der neuen Infektionen wurden in Daegu erfasst. Dort gibt es die größte Anhäufung von Fällen unter Anhängern der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu.

Japan. Bisher zählt das Land, in dem im Sommer die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden sollen, mehr als 900 Infektionsfälle. Die meisten davon sind Passagiere und Crewmitglieder eines Kreuzfahrtschiffes. Im Kampf gegen das Virus werden ab Montag bis mindestens Ende März alle Schulen geschlossen.

Iran. In dem schwer betroffenen Land breitet sich das Coronavirus immer weiter aus. Die Zahl der Todesopfer ist auf 43 gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind insgesamt 593 Menschen - 205 mehr als am Vortag - positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Experten nehmen allerdings eine viel höhere Zahl an Infizierten an. Mehr als 20 der insgesamt 31 Provinzen sind nach Behördenangaben betroffen. Schulen und Universitäten bleiben landesweit weiterhin geschlossen.

Ein Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums warf ausländischen Medien vor, Falschinformationen zu verbreiten, und verwies in diesem Zusammenhang auf einen Bericht der BBC, wonach mindestens 210 Menschen im Iran durch die Coronavirus-Epidemie gestorben seien.

(APA/dpa)