Pekingente und Clown: Die Menschen in der chinesischen Hauptstadt üben die Normalität, allerdings mit Gesichtsmasken.
Globalisierung

Das Anti-China-Virus

Die Ausbreitung des Coronavirus führt drastisch vor Augen, wie abhängig die globale Wirtschaft bereits von China ist. Viele Unternehmen planen nun eine Verlagerung der Lieferketten.

Tatsächlich war es vielen internationalen Konzernen spätestens seit dem Handelskrieg zwischen den USA und China bewusst, dass viele Branchen bereits viel zu sehr von Lieferungen aus China abhängig sind. Der Handelskonflikt sei allerdings lösbar, hofften viele Marktbeobachter. Sei es durch die Abwahl des US-amerikanischen Präsidenten, Donald Trump, oder ein Einlenken beider Seiten. Der Status quo sollte also mehr oder weniger erhalten bleiben, lautete die These. Denn Abhängigkeit hin oder her: Es gibt kaum vernünftige Alternativen – oder besser gesagt „lukrativere“ Alternativen zu China.

Spätestens seit dem Ausbruch von Corona hat sich die Lage geändert. Der französische Wirtschaftsminister, Bruno Le Maire, war einer der ersten Politiker, der das Kind beim Namen nannte. Als „Game Changer“ für die Globalisierung bezeichnete er die Epidemie angesichts der Verwundbarkeit der internationalen Lieferketten.