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Quergeschrieben

Bewahren wir das rechte Maß und Vernunft in Zeiten der Massenpanik

Seuchen und Epidemien haben sich tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Dennoch braucht es einen kühlen Kopf.

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Unter dem Wiener Stephansdom befinden sich weitläufige Katakomben. Steigt man hinunter, gelangt man auch zu einem düsteren Gewölbe, in dem Menschenknochen und Schädel gestapelt sind. Es handelt sich um die Überreste von Opfern der Pest, die zum letzten Mal in Wien 1678/79 wütete und Zehntausende das Leben kostete. Die Pest weckt noch heute Grauen, das sich tief ins kollektive Gedächtnis eingegraben hat. Sichtbar ist es durch die überall im Land an prominenten Plätzen errichteten Pestsäulen. Im 14. Jahrhundert dezimierte die Pestepidemie die Bevölkerung Europas um ein Drittel. Auch heute ist die Pest nicht ausgerottet, in Madagaskar etwa grassiert sie immer wieder und forderte in den vergangenen zehn Jahren Hunderte Tote.