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Klimawandel

Aktivisten besetzen Wiener Eistraum

AKTION BEIM 'WIENER EISTRAUM'
Etwa 20 Aktivisten besetzten den Wiener Eistraum am Sonntag.APA/HERBERT NEUBAUER
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Klimaaktivisten von „Extinction Rebellion“ setzten sich am letzten Tag des Eistraums vor dem Rathaus auf das Eis. Bei den Organisatoren sah man die Sache jedoch entspannt.

Acht Grad Celsius zeigte das Thermometer am Sonntag in Wien an. Zu warm, fanden Klimaaktivisten, zumindest zum Eislaufen. Sie besetzten am Abend des 1. März, dem letzten Tag vor Saisonende, den Wiener Eistraum vor dem Rathausplatz.

Ohne Eislaufschuhe, dafür aber mit Transparenten und Isomatten, waren etwa 20 Mitglieder der Bewegung "Extinction Rebellion Austria"“ gekommen, um die Eisbahn zu besetzen. Sie hatten den Gratis-Tag zu Saisonende ausgenützt, ihre Botschaft zu verbreiten. „Schade um den Winter“ und „Damit Eis in unser aller Zukunft kein Traum ist“ stand auf den Plakaten, auch Bilder vom ehemals verschneiten Wien wurden gezeigt. Mit dabei waren sogar ein paar kleine Kinder.

Man wolle auf den „enormen Energieaufwand für die Erzeugung von künstlichem Eis" aufmerksam machen, „während natürliche Gewässer auf Grund des Klimawandels nicht mehr zufrieren", hieß es dazu von der Bewegung auf Twitter.

„18 Grad waren nicht zu erwarten"

Beim Stadt Wien Marketing, dem Organisator des Eistraums, sieht man den Vorfall eher entspannt. „Es ist ganz friedlich abgelaufen“, es sei sogar zu einem „regen Argumentationsaustausch zwischen Aktivisten und Besuchern“ gekommen, erzählt Sprecherin Katharina Krischke der „Presse“. Natürlich habe man die Polizei informieren müssen, die die Aktivisten - die freiwillig mitgingen - nach etwa einer Stunde schließlich von der Eisfläche geführt hat.

Krischke glaubt nicht, dass sich die Aktivisten gezielt den Eistraum ausgesucht, sondern ihn lediglich als Bühne für ihre Botschaft genützt hätten. „Da ging es nicht um den Eistraum, sondern um den Klimawandel per se." Überlegungen, im Zuge des Eistraums auf diesen zu reagieren, gebe es derzeit aber keine. Im Regelfall sei es ohnehin kalt. „Die 18 Grad im Februar [die vor zwei Wochen in Wien gemessen wurden, Anm.] waren nicht zu erwarten." Man sei dem Wetter eben unterworfen, so Krischke.

Egal sei ihnen der Energieverbrauch - die Eisfläche wird durch Strom gekühlt - jedoch nicht. „Wir sind ein Ökoevent“, sagt Krischke. Die Kriterien, um dieses Zertifikat zu erlangen, seien streng und würden „akribisch eingehalten“. Mit Maßnahmen wie energiesparenden Lampen, Strom statt Dieselaggregat oder einem Heizstrahler-Verbot soll der Ressourcenverbrauch möglichst gering gehalten werden.