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Zweifel an Echtheit

Hitlers „arisiertes“ Aquarell: Eine Fälschung in St. Pölten?

Eine Ausstellung in St. Pölten über Hitlers Jugendjahre zeigt das Foto eines Aquarells, in dem der spätere Diktator schon früh seinen Judenhass ausgedrückt haben soll. Ein niederländischer Forscher zweifelt nun an der Echtheit des Bildes - während Historiker debattieren: Wann wurde Hitler zum Antisemiten?

Hat Adolf Hitler schon als Maler, lange vor seinem politischen Aufstieg, ein jüdisches Geschäft „arisiert“? Ein Aquarell, das derzeit als Foto in St. Pölten zu sehen ist, lässt sich als früher Beleg für Hitlers Antisemitismus deuten. Um 1910, als Hitler in einem Obdachlosenasyl wohnte und sich mit Aquarellen über Wasser hielt, in denen er Wiener Ansichtskarten kopierte, malte er den Michaelerplatz mit dem alten, noch vor Hitlers Geburt abgerissenen Burgtheater nach einer Vorlage ab – bis auf ein Detail: Auf einer Geschäftsfassade ersetzte er den Namen des jüdischen Glashändlers Jakob Waldstein durch „E. Ramsauer“. Das erfährt man in der Ausstellung „Der junge Hitler“, die kürzlich im Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich in St. Pölten eröffnet wurde – die „Presse“ hat berichtet und auch das Bild abgedruckt.

In einem Artikel in der „Welt“ werden nun aber Zweifel an der Echtheit des Aquarells erhoben. Der Autor stützt sich auf die Einschätzung des niederländischen Dichters und Hobbyforschers Bart FM Droog, der in den letzten Jahren immer wieder als Experte aufgetreten ist und bereits einige gefälschte Hitler-Bilder entlarvt hat. „Es würde mich nicht wundern, wenn das Aquarell mit dem Laden eines ,E. Ramsauer‘ eine Fälschung von Reinhold Hanisch ist“, wird er zitiert. Hanisch war Hitlers Geschäftspartner, der später einige Fälschungen in Umlauf gebracht haben dürfte.