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Staatsanleihe

Österreich holte sich eine Milliarde Euro zu Niedrigstzinsen

OeBFA-Chef Markus Stix: Investoren wollen in sichere Häfen
OeBFA-Chef Markus Stix: Investoren wollen in sichere HäfenDie Presse/Fabry
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Die Republik profitiert bei der Aufstockung von Bundesanleihen von der Coronavirus-Verunsicherung.

Die Republik Österreich profitiert von der Verunsicherung an den Finanzmärkten aufgrund des Coronavirus und hat rund eine Milliarde Euro zu Niedrigstzinsen am Kapitalmarkt aufgenommen. Die weltweite Verbreitung des COVID-19-Virus und der starke Einbruch der Aktienkurse in der vergangenen Woche hat die Flucht in sichere Investmentanlagen verstärkt.

"Der Markt hat natürlich reagiert auf die Nachrichten", sagte der Geschäftsführer der Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), Markus Stix, am Dienstag zur APA. "Die Investoren wollen in sichere Häfen investieren." Die negativen Auswirkungen des Coronavirus auf die Wertschöpfungsketten und die Sorge um die Wirtschaft würde die Stimmung an den Märkten drücken. Zu den "sicheren Häfen" zählen neben Deutschland und Österreich auch Finnland und Niederlande.

Die OeBFA stockte am Dienstag die zehnjährige Bundesanleihe 2020-2030/1 um 517,5 Millionen Euro mit einer Emissionsrendite von minus 0,316 Prozent auf. Anleger bezahlen mit Negativzinsen eine "Prämie", dass sie dem Staat Geld leihen dürfen, weil sie einen "sicheren Hafen" für ihr Geld suchen. Bei der Erstbegebung der zehnjährigen Staatsanleihe Ende Jänner belief sich der Negativzins noch auf -0,11 Prozent. Bei der heutigen Aufstockung der dreißigjährigen Bundesanleihe 2016-2047/2 ebenfalls in Höhe von 517,5 Millionen Euro lag die Rendite bei plus 0,186 Prozent. Bei der letzten Aufstockung im März 2019 lag die Emissionsrendite noch über einen Prozentpunkt höher bei 1,26 Prozent.

Beide Papiere waren am Dienstag bei Investoren sehr gefragt, die kürzerlaufende Staatsanleihe war 2,34-fach überzeichnet, die länger laufende 3,23-fach. Dies sei ein Zeichen, dass "der Markt sich mit dem neuen Zinsumfeld anfreundet", sagte Stix.

Die Bundesfinanzierungsagentur managt die Finanzschulden des Bundes und kümmert sich unter anderem um die Begebung der Bundesanleihen. Aktuell liegt die Finanzschuld des Bundes bei 208,1 Mrd. Euro mit einer effektiven Verzinsung von 2,01 Prozent per annum und einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 10,1 Jahren.

Wie die Notenbanken in den kommenden Tagen und Wochen auf die Abkühlung der Weltwirtschaft, verunsicherte Finanzmärkte und den Coronavirus reagieren werden, ist für den OeBFA-Chef derzeit nicht abschätzbar. "Es ist zu früh. Es ist zu viel noch im Fluss für eine seriöse Einschätzung."

 

(APA)