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Fast wie „Seinfeld“ auf Wienerisch: Albert Meisls Kurzkomödien

Das Metro-Kino zeigt eine verschrobene Trilogie über zwei Musikwissenschaftler.

Die heimische Filmkomödie darbt. Nur alle heiligen Zeiten wird das Publikum von Kino-Lustspielen beglückt, deren Originalität über knackige Aufhänger hinausgeht. Vielleicht sucht man bloß an den falschen Stellen? Heimlich, still und leise hat Albert Meisl im Schoße der Wiener Filmakademie ein paar höchst vergnügliche Kurz-Comedys kredenzt, die heute um 19 Uhr im Wiener Metro-Kino als „Szabo-&-Fitzthum-Trilogie“ Premiere abseits von Festivals feiern.

Szabo und Fitzthum, das sind die tragischen Helden dreier fortlaufender Epen mit so bedeutungsschweren Titeln wie „Die Last der Erinnerung“. Verkörpert werden sie von Meisl selbst und Rafael Haider. Es handelt sich um zwei Musikwissenschaftler, wie sie wienerischer kaum sein könnten: Der eine ein kauziger (Privat-)Gelehrter, der seine Erkenntnisse zur Avantgarde in der heimischen Populärmusik der 1960er um jeden Preis an den Mann bringen will. Der andere ein verdruckster Beamtentyp, der immer wieder in die Alltagskatastrophen seines getriebenen Kollegen verwickelt wird.

Meisl inszeniert ihre zuweilen an eine heimische „Seinfeld“-Variante erinnernden Eskapaden mit angemessen liebevoller Verschrobenheit, gutem Gespür für Timing – und erstaunlichem Milieurealismus. Fortsetzungen sind erwünscht. (and)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.03.2020)