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Platzt der OMV-Deal mit Gazprom?

Fünf Jahre muss OMV-Chef Rainer Seele nun schon auf seinen Einstieg ins Achimov-Gasfeld warten.
APA/GEORG HOCHMUTH
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Die Verhandlungen um den Einstieg in das russische Achimov-Gasfeld werden bis ins Jahr 2022 vertagt – und sie sind nicht länger exklusiv.

Fünf Jahre nachdem OMV-Chef Rainer Seele den Einstieg des Unternehmens beim russischen Achimov-Gasfeld der Gazprom angekündigt hat, kommt das Geschäft noch einmal kräftig ins Wanken. Ursprünglich sollte die knapp 25-prozentige Beteiligung spätestens Ende 2019 unter Dach und Fach sein. Stattdessen wird der Deal nun noch einmal aufgeschnürt, wie die OMV ihren Aktionären am Freitag in einer ad-hoc-Meldung mitteilen musste. Die laufenden Verhandlungen werden bis 2022 ausgedehnt – und sind nicht länger exklusiv.

Das bedeutet, dass die Gazprom das Geschäft jederzeit platzen lassen oder einen anderen Käufer ins Boot holen kann. Auch der im Vorjahr bereits vereinbarte Kaufpreis von 905 Millionen Euro wird damit erneut infrage gestellt.

Bei den OMV pocht man auf die guten Beziehungen, die man mit dem russischen Staatskonzern habe. Es gebe keinen Grund zu glauben, dass Moskau sich plötzlich einen anderen Partner ins Land holen wolle. Doch bei so lange andauernden Verhandlungen sei eine Exklusivität eben „sehr ungewöhnlich“.

Seeles Einstandsgeschenk

Der Deal war Rainer Seeles Einstandsgeschenk, als der deutsche Manager 2015 die Führung der OMV übernahm: Mit einem simplen Tauschgeschäft werde Österreichs Energiekonzern der große Einstieg in Russland glücken, versprach er. Der Einstieg gelang, allerdings an anderer Stelle. 2017 kaufte sich die OMV beim westsibirischen Gasfeld Juschno Russkoje ein.

Das geplante Tauschgeschäft - die Achimov-Felder gegen die norwegische OMV-Tochter - scheiterte indes. Norwegen wehrte sich erfolgreich gegen den Einstieg der Russen. Aus dem geplanten Tauschgeschäft wurde ein Kauf. Und dennoch konnte man sich nicht so rasch einigen, wie erwartet. Dem Vernehmen nach gibt es Unstimmigkeiten darüber, zu welchen Modalitäten die beiden Unternehmen das Gasfeld ausbeuten wollen. Wenigstens die Produktionsziele der OMV gefährdet die Vertagung des Deals nicht. Am Ziel, 2025 über 600.000 Fass Öl pro Tag zu fördern, hält das Unternehmen weiter fest.